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32/2007

Denn ich bin der herr, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland. Ich habe Ägypten für dich als . Lösegeld gegeben, Kusch und Seba an deiner statt, weil du in meinen Augen so wert geachtet und auch herrlich bist und weil ich dich lieb habe.

Jesaja 43,3.4a


Zu unseren Nachbarn gehört eine Familie, in der es allem Anschein nach nicht immer harmonisch zugeht. Oft hören wir den Vater herumbrüllen. Immer wieder habe ich mich gefragt, warum die Kinder dieser Familie trotzdem jeden Tag einen so fröhlichen, netten und ausgeglichenen Eindruck machen. Die Antwort auf diese Frage fand ich in einem kurzen Satz. Jedes Mal, wenn eins der Kinder die Wohnung ver-lässt, sagt die Mutter ihm zum Abschied: „Ich hob' dich lieb." Ganz offensichtlich ist dieser Satz das starke innere Band, das diese Familie zusammenhält.

„Ich hab' dich lieb!" Es beeindruckt mich tief, wie viel Kraft in diesen vier Worten stecken kann. Und je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr wird mir bewusst, dass diese vier wunderschönen, zutiefst persönlich gemeinten Worte auch das „Erfolgsgeheimnis" Jesu waren. Hat er nicht fast sein ganzes irdisches Leben damit verbracht, in persönlichen Gesprächen Wege zu den Herzen von Menschen zu finden? Ja, so war es, und es war die Kraft dieser vier Worte, der auch die Abgebrühtesten seiner Zeitgenossen nicht widerstehen konnten.

„Ich hab' dich lieb!", das war das Kernstück seiner Botschaft; und diese Botschaft traf das Herz der Frau am Jakobsbrunnen, die Kinder, die sich in seiner Nähe offenbar wohl fühlten, die mit allen Wassern gewaschenen Zöllner Levi, Matthäus und Zachäus, den Top-Theologen Nikodemus, den Pharisäer Simon und die Prostituierte Maria Magdalena. Und selbst am Kreuz, in seiner dunkelsten Stunde, war diese erlösende Botschaft Jesu so wirkungsvoll, dass sogar ein sterbender Verbrecher davon berührt wurde und mit der Gewissheit in den Tod gehen durfte: „Du wirst mit mir im Paradiese sein!" (Lk 23,43)

„Ich hob' dich lieb!" Diese wunderbare, ganz persönliche Botschaft galt wirklich jedem Menschen, der dem Meister begegnete. Und was damals galt, gilt auch heute. „Ich hob' dich lieb!" - ganz egal, ob du arbeitslos bist oder den teuersten Daimler fährst, ob du alt oder jung, schön oder verhärmt bist, ob du taub oder stumm, blind oder lahm bist, für ihn spielt das gar keine Rolle. Und selbst wenn du schon seit Jahren oder Jahrzehnten hinter Gittern sitzt - er möchte auch dein Herz erreichen. Heute ruft Jesus dir zu: „Ich hob' dich lieb!" Wie wirst du antworten?

Friedhelm Klingeberg

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