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24/2007

Du Volk Zions, das in Jerusalem wohnt, du wirst nicht weinen! Er wird dir gnädig sein, wenn du rufst. Er wird dir antworten, sobald er's hört.

Jesaja 30,19


Neulich wollte ich einen im Versandhandel bestellten Artikel zurückschicken. Leider hatte diese Firma keinen Retourenschein beigelegt, mit dem man die Ware portofrei zurücksenden kann. Deshalb wählte ich die Nummer der Kundenbetreuung (18 Cent pro Minute). Dort empfing mich eine freundliche Computerstimme und informierte mich ungefragt über die neusten Sonderangebote der Firma. Als nächstes erfuhr ich, dass leider alle Mitarbeiterplätze besetzt seien und landete in einer Warteschleife. Mehrere Minuten lang genoss ich deutsche Volksmusik, bis die Computerstimme empfahl, es später noch einmal zu versuchen. Dasselbe wiederholte sich an diesem Tag noch mehrmals.

Schließlich versuchte ich es mit der Bestellannahme. Dort sagte mir der hilfsbereite Mitarbeiter, ich solle den Retourenschein bei einer anderen Nummer anfordern. Auch hier empfing mich die bekannte Computerstimme, bis ich endlich am Ziel angekommen war: Eine neue Computerstimme forderte mich auf, die Taste l zu drücken, falls ich eine Reklamation zu melden hätte, die 2 zu wählen, wenn ich einen Rat oder eine Auskunft zu einem bestimmten Artikel wünschte, die 3 galt einem persönlichen Gesprächspartner, der aber möglicherweise gerade selbst im Gespräch war, und erst die 4 eröffnete die Chance, den begehrten Retourenschein zu erhalten.

Was bin ich froh, dass Gott mich nicht in eine Warteschleife abschiebt, wenn ich mit ihm sprechen möchte! Er hört meine Gebete persönlich und sofort. Wie mühsam würde sich die Bitte um Sündenvergebung gestalten, wenn ich erst die entsprechende Taste drücken müsste: die l für absichtliche Sünden, die 2 für versehentliche Sünden, die 3 für Gewohnheitssünden, die 4 für Gedankensünden, die 5 für Sünden, die einen Mitmenschen geschädigt haben, die 6 für solche, mit denen ich mehrere verletzt habe, die 7 für Wortsünden, die 8 für ...

Nein, ich bin direkt mit meinem himmlischen Vater verbunden, darf ihm mein Herz ausschütten, muss nicht auf Wortwahl und Satzbau oder auf die korrekte Grammatik achten. Er versteht mich besser als ich mich selbst, und er gibt mir, was ich wirklich brauche.

Sylvia Renz

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