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22/2007

Geht aber und predigt und sprecht: „Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“
Matthäus 10, 7-15

Bloß ein Sätzlein sagen, ist das alles? Bei mir spüre ich immer die Versuchung, dem Evangelium noch einen imponierenden Nachdruck verleihen zu müssen, damit es beim ,modernen Menschen’ besser ankommt. Ganz fromm denken wir da an unsere christliche Persönlichkeit. Nur kein Bibelwort! Ich möchte es mit einer guten Tat probieren. Ich will durch meine Liebe und Güte überzeugend wirken für meinen Herrn.

Welch eine törichte Einbildung! Als ob wir mit unserem Christenstand das Evangelium verherrlichen könnten. Zu allen Zeiten haben Christen das Evangelium bedreckt. Nicht einmal bei den Jüngern war das anders. Unter der Schar der Ausgesandten war ein Judas, der nachher gegen Jesus kämpfte. Auch ein Petrus war dabei, der später elend versagte. Ich habe Angst, wenn wir sagen, wir wollten durch unseren Lebenswandel predigen. Wenn dann Gott nur die Hand von uns abzieht, dann sind wir schon gefallen. Keiner ist verschont, hier seine bitteren Erfahrungen machen zu müssen.

Wie befreiend, dass Jesus dieser Schwärmerei wehrt. Denkt nicht an euch! Geht und predigt und sprecht! Nicht unser Lebenswandel wirkt auf andere befreiend. Wir haben nicht mit guten Taten zu glänzen und unsere Moral zu verkündigen. Was wir haben, ist das Evangelium von Jesus, der Menschen freimacht. Er macht uns so frei, dass wir offen unsere Unwürdigkeit und Armseligkeit erkennen können. So redet doch von dem, was uns aus dem Staub erhöht und uns mit Heiligkeit und Gerechtigkeit krönt!

Tatsächlich, wir wollen bloß noch das Wort vom vergossenen Blut Jesu weitersagen, das Frieden bringt.

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