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18/2007

Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.

1. Thessalonicher 5,18

Ein Arzt besucht seine Patienten im Altenheim. Dabei fällt ihm ein 96-jähriger Mann auf, der stets zufrieden und freundlich ist. Eines Tages spricht er ihn daraufhin an und fragt nach dem Geheimnis seiner Freude. Der antwortet: „Wissen Sie, Herr Doktor, ich nehme jeden Tag zwei ,Pillen' ein, die mir helfen." Der Arzt schaut ihn verwundert an: „Täglich zwei Pillen? Ich habe ihnen doch gar keine Medikamente verschrieben!" Da lacht der alte Herr: „Ach, Herr Doktor, meine ,Medikamente' könnten sie auch gar nicht verschreiben. Morgens, gleich nach dem Aufstehen, nehme ich die ,Pille Zufriedenheit' und abends, bevor ich mich ins Bett lege, nehme ich die ,Pille Dankbarkeit'. Das hat bei mir bisher immer gewirkt."

Da frage ich mich: Wann habe ich zum letzten Mal eine dieser beiden „Pillen" eingenommen? Wenn Dankbarkeit gefragt ist, geht vielen von uns schnell die Luft aus. Es scheint in unserer Natur zu liegen, dass wir eher Augen für die Probleme und Schwierigkeiten im Leben haben. Das, was schief geht, wo ich mich so richtig aufregen kann, worunter ich leide, beansprucht oft meine ganze Aufmerksamkeit. Es drückt mich nieder und zermürbt.

Das Gute dagegen, die vielen Segnungen, die ich erlebe, verliere ich viel zu schnell aus dem Blick. Dabei gibt es so viel Grund, Gott zu danken und zufrieden zu sein, oder? Vielleicht sollte ich mir wirklich mal einen Stift und ein Blatt Papier nehmen und aufschreiben, wofür ich Gott danken könnte. Das würden vermutlich ganz unterschiedliche Dinge sein, große und kleine, alltägliche und außergewöhnliche. Und wenn ich mit dem Überlegen und Schreiben fertig bin, könnte ich Gott für all das danken, was ich nun schwarz auf weiß vor Augen habe. Das würde meinen Blick auf den Geber aller guten und vollkommenen Gaben lenken (Jak 1,17).

Wenn wir das öfter praktizieren würden, würde unser Leben hell und durchflutet mit dem Frieden Gottes. Die Schwierigkeiten wären vermutlich nicht geringer oder seltener, aber der verhängnisvolle Kreislauf von Unzufriedenheit und Sorge würde durchbrochen. Nicht umsonst ermutigt die Bibel immer wieder dazu, Gott zu danken (Ps 33,2; 97,12; 106,1; Kol 1,12). Also probieren wir es aus - gleich heute!

Thomas Knirr

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