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2008-03-07 Papst will Luther rehabilitieren

Papst will Luther rehabilitieren

Rom/London (RPO). Vor 491 Jahren schlug ein Mönch namens Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg und schrieb damit Weltgeschichte. Kirchenteilung und Kriege aber hatte Luther nicht im Sinn gehabt. Papst Leo X. exkommunizierte den Gelehrten, sein Nachfolger Benedikt XVI. will Luther hingegen angeblich rehabilitieren.

Für September soll der Papst eine Schrift über Luther geplant haben, berichtet die britische Zeitung "The Times". Diese wolle er zunächst während eines Treffens mit 40 weiteren Theologen auf der päpstlichen Sommeresidenz Castel Gandolfo veröffentlichen. Unter Berufung auf Insider berichtet das Blatt, der Papst wolle Luther von dem Vorwurf der Ketzerei freisprechen.

Der Reformator habe keine Spaltung der Kirche geplant, sondern nur korrupte Auswüchse anprangern wollen. "Wir haben viel von Luther zu lernen, beginnend mit der Wichtigkeit, die er dem Wort Gottes beimaß", sagte Kardinal Walter Kasper, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, der "Times". Er habe Aspekte zur Reform der Kirche damals nur vorweggenommen. Eine positivere Sicht auf Luther sei angebracht.

Die Rehabilitation Luthers könnte auch als Schritt des Papastes gesehen werden, die Ökumene weiter voranzubringen und frühere Fehler der Kirche zu revidieren. Auch das Verhältnis zu Galileo Galilei hat sich gebessert, demnächst soll sogar eine Statue von ihm errichtet werden.
http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/panorama/ausland/religion/541425

Großbritannien: Haltlose Gerüchte um Rehabilitierung Luthers
Die Londoner Times glaubt an eine Rehabilitation Martin Luthers. Papst Benedikt XVI. werde im September erklären, dass der 1520 exkommunizierte Reformator kein Irrlehrer gewesen sei, berichtete „The Times“ unter Berufung auf Vatikankreise am Donnerstag in der Online-Ausgabe. Luther habe die Kirche nicht spalten, sondern lediglich von korrupten Praktiken reinigen wollen.
Das Oberhaupt der katholischen Kirche werde seine Sicht Luthers mit dem so genannten Ratzinger-Schülerkreis erörtern und dann Schlussfolgerungen einer entsprechenden Untersuchung vorlegen.
Die rund 40 hochrangigen Theologen des Schülerkreises treffen sich jährlich im privaten Rahmen in Castel Gandolfo. In den vergangenen Jahren beschäftigten sie sich mit dem Verhältnis von Glaube und Vernunft oder der Evolutionstheorie; Themen, die das Denken des Papstes oder auch des Wiener Kardinals Christoph Schönborns prägen, einem der prominenten Ratzinger-Schüler.
Laut Times würde eine Neubewertung Luther durch den Papst den ökumenischen Dialog zwischen Protestanten und Katholiken fördern. Sie sei ein Gegengewicht zu den Irritationen um Amts- und Kirchenverständnis. Times-Korrespondent Richard Owen führt als Zeuge für die Vermutung auch den Präsidenten des Päpstlichen Einheitsrats an. Kardinal Walter Kasper trete für ein positiveres Lutherbild ein. „Wir können viel von Luther lernen, angefangen bei der Bedeutung, die er dem Wort Gottes gab“, wird Kasper zitiert. Laut Informationen von Radio Vatikan ist das jedoch eine Grundüberzeugung des vatikanischen Ökumeneministers, kein aktuelles Interview.
Eine „Rehabilitation“ Luthers ist kirchenrechtlich kaum möglich. Die Exkommunikation ist an eine Person gebunden, die Strafe mit dem Tod unwirksam. Gerüchte über eine Neubewertung Luthers hat es unter anderem bereits 1996 im Zusammenhang mit dem letzten Deutschlandbesuch von Papst Johannes Paul II. gegeben.
Martin Luther (1483-1546) legte mit seiner Lehre von der Rechtfertigung des „sündigen Menschen vor Gott“ den theologischen Grundstein für die Kirchenspaltung in Europa. Den päpstlichen Ablasshandel stellte er radikal in Frage. Papst Leo X. hielt ihn zunächst für einen „betrunkenen Deutschen, der zur Besinnung käme, wenn er nüchtern sei“. 1521 wurde Luther exkommuniziert. Im Konzil von Trient (1545-1563) verwarf die katholische Kirche die aus ihrer Sicht „irrige Lehre von der Rechtfertigung“. Nach rund 30-jährigem Dialog hoben Lutheraner und Katholiken 1999 in einer Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre ihre früheren gegenseitigen Lehrverurteilungen auf.
(timesonline/idea/rv 07.03.2008 bp) http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=191352
Papst erwägt Rehabilitierung von Martin Luther
Nach 500 Jahren Exkommunizierung aus der katholischen Kirche erwägt Papst Benedikt XVI., den Reformator Martin Luther wieder zu rehabilitieren. Eine Untersuchung dazu sei schon im Gange, berichtet die britische Zeitung "The Times". Im September wolle der Papst darüber entscheiden.
Papst Benedikt XVI. erwägt nach Informationen der britischen Tageszeitung „The Times“ eine Rehabilitierung des Reformators Martin Luther (1483-1546). Unter Berufung auf Vatikankreise berichtete das Blatt, das Oberhaupt der katholischen Kirche wolle im September Schlussfolgerungen aus einer entsprechenden Untersuchung vorlegen. Zuvor werde Benedikt diese im Kreis seiner theologischen Schüler erörtern.
Weiterführende links
Luthers Lehre von der Rechtfertigung des „sündigen“ Menschen vor Gott wurde vor fast 500 Jahren zum theologischen Ausgangspunkt der Kirchenspaltung in Europa. Mit dem legendären Anschlag seiner 95 Thesen 1517 an die Türe der Schlosskirche in Wittenberg hatte er eine Diskussion losgetreten, „von deren Folgen er letztendlich selbst überrascht war“. Daraufhin wurde er von Papst Leo X. 1521 exkommuniziert. Luther hatte die damals herrschende Auffassung, der Mensch könne durch religiöse Leistungen wie Beten, Fasten und Ablass zahlen sein Verhältnis zu Gott in Ordnung bringen, radikal in Frage gestellt.

Im Konzil von Trient (1545-1563) verwarf die katholische Kirche die aus ihrer Sicht „irrige Lehre von der Rechtfertigung“. Nach rund 30-jährigem Dialog hoben Lutheraner und Katholiken 1999 in einer Gemeinsamen Erklärung ihre früheren gegenseitigen Lehrverurteilungen auf.
http://www.welt.de/politik/article1767637/Papst_erwaegt_Rehabilitierung_von_Martin_Luther.html

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