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20/2017
 

Der Herr sagt: „Kommt her, lasst uns prüfen, wer von uns Recht hat, ihr oder ich! Eure Verbrechen sind rot wie Blut, und doch könnten sie weiß werden wie Schnee. Sie sind rot wie Purpur, und doch könnten sie weiß werden wie reine Wolle."

Jesaja 1,18 (Gute Nachricht Bibel)

„Das Sündenregister wird immer länger.“ So lautete die Schlagzeile der Titelseite einer Zeitung. Gemeint waren politische Fehlentscheidungen und Versäumnisse, die der Regierung von der Opposition vorgeworfen wurden. Wenn die Vorwürfe zu Recht erhoben werden, müssen die Politiker damit rechnen, bei der nächsten Wahl einen „Denkzettel“ zu erhalten. Möglicherweise müssen sie sich für einen Missstand auch noch vor einem Untersuchungsausschuss verantworten.

Es fällt hier auf, dass das alte Wort „Sünde“ benutzt wird, obwohl man es - angewandt auf den Lebenswandel des Einzelnen - heutzutage gar nicht mehr hören will. Man spricht vom „Sündigen“, wenn jemand sich nicht streng an die Diätvorschriften hält.

Dass der Mensch für seine Verfehlungen verantwortlich ist, gilt nicht nur in der Politik oder für das Berufsleben, sondern für unsere ganze Lebensführung. Vielen Menschen ist das unangenehm, deshalb wollen sie Gott und den Begriff „Sünde“ aus ihren Gedanken verdrängen. Doch an der Existenz Gottes und der Verantwortung, die wir ihm schulden, ändert das natürlich nichts. Wer seine Verfehlungen verdrängt, wird einst vor dem „Richterstuhl Gottes“ nicht bestehen können. Das kann nur der, der zu seinen Lebzeiten zu Gott umkehrt und sein ganzes „Sündenregister“ aufdeckt. Dann erfährt er, dass der ewige Gott ein Gott der Liebe und der Vergebung ist.

Weil Jesus Christus, der Sohn Gottes, die Schuld durch seinen Kreuzestod gesühnt hat, werden alle, die an ihn glauben, von ihren Sünden gereinigt und freigesprochen. Deshalb kann Gott das wunderbare Angebot machen, von dem wir im Andachtswort lesen. Denn dass etwas Blutrotes schneeweiß wird, ist ein Wunder! Das geht auch mit dem besten Entfärbungsmittel nicht.

Wenn wir unsere Sünde bekennen und Vergebung annehmen, gilt das Versprechen Christi: „Wer meine Botschaft hört und an Gott glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben. Er wird nicht für seine Sünden verurteilt werden, sondern ist bereits den Schritt vom Tod ins Leben gegangen.“ (Joh 5,24 NLB)

Klaus Schulz


© Advent-Verlag Lüneburg


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