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08/2016
 

Ein gutes Wort zur rechten Zeit ist so lieblich wie goldene Äpfel in einem silbernen Korb.

Sprüche 25,11 (Neues Leben Bibel)

Auf einer Reise durch die Türkei interessierte ich mich für den Ort, wo Paulus seine gefährlichste Predigt gehalten hatte und danach fast umgebracht worden wäre. Das war vermutlich im Amphitheater von Ephesus mit 25 000 Sitzplätzen, wo er so mutig war und gegen die hochverehrte Göttin Artemis (oder Diana) gepredigt und gesagt hatte: „Was mit Händen gemacht ist, das sind keine Götter.“ (Apg 19,26)

So etwas in einer Großstadt zu sagen, die in der Blütezeit bis zu 200 000 Einwohner zählte, grenzt schon an Wahnsinn. Der Aufruhr war unvermeidlich. Hätte nicht ein hoher städtischer Beamter wieder Ordnung geschaffen, wäre Paulus nicht am Leben geblieben
(V. 35-36).

Dennoch blieb sein Wirken in Ephesus nicht ohne Erfolg. „Viele Menschen fanden zum Glauben und bekannten ihre Sünden. So fand die Botschaft des Herrn weite Verbreitung und zeigte eindrucksvolle Auswirkungen.“ (V. 18.20 NLB)

Manchmal wünschen wir uns, die Botschaft von der Errettung durch den Glauben an Christus würde von allen Menschen mit offenem Herzen akzeptiert werden. Auch Paulus wusste aus seiner Erfahrung, dass seine Worte nicht bei allen Zuhörern auf fruchtbaren Boden fielen. Selbst Jesus hatte nicht überall Erfolg; seine hartnäckigen Gegner haben ihm widerstanden. Dabei hatte er allen Zuhörern das Versprechen gegeben: „Wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.“ (Offb 22,17)

Paulus konzentrierte sich in der Verkündigung ganz und gar auf die Tatsache der Erlösung durch Jesus Christus. Die Glaubensinhalte sollten Mut machen und die Augen öffnen für den besseren Weg zu einem sinnvollen und erfüllenden Leben.

Auch wir können nicht erwarten, dass selbst beim besten Willen und Können die Botschaft des Evangeliums überall ankommt. Wenn man etwas für gut und heilsam hält, ist es sehr menschlich anzunehmen, dass der andere das auch einsehen müsse.

Der Aufruhr in Ephesus zeigt, dass den meisten eine stabile und wachsende Wirtschaftslage wichtiger war als das religiöse Anliegen eines fremden Predigers wie Paulus. Dennoch sind wir überzeugt, dass der Erlösungsplan Gottes zu einem siegreichen Ende kommen wird.

Wilfried Meier

© Advent-Verlag Lüneburg


50/2015 | 02/2015