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44/2015
 

Jeder Mensch sei ... langsam zum Reden.

Jakobus 1,19b

Beim „Stöbern“ im Internet stieß ich auf folgende hilfreiche Gedanken: „Es gibt bei den allermeisten Menschen ein von Gott sehr genial eingerichtetes Instrument, um in gewissen Situationen größeren Schaden zu verhindern. Dieses Instrument ist die Schranke zwischen Hirn und Mund. Diese Schranke verhindert, dass sich Gedanken zu schnell ihren Weg zum Mund bahnen, sondern vorher noch einmal geprüft und überdacht werden können.

Bei manchen Menschen ist diese Schranke sehr ausgeprägt vorhanden, in einem hervorragenden Zustand und voll funktionstüchtig. Diese Menschen wägen ihre Worte sorgsam ab, es passiert selten, dass sie etwas Unbedachtes sagen. Sie werden als besonnen und vernünftig wahrgenommen. Und dann gibt es da auch Menschen, bei denen ist diese Schranke ... nun ja, nur sehr eingeschränkt einsetzbar. Hier ist die Zunge meist schneller als das Hirn und die spontanen Gedanken sind schneller draußen, als man schauen kann ... Ich halte die Schranke zwischen Hirn und Mund für sehr wichtig. Es ist gut, erst einmal nachzudenken und zu warten, bevor man redet. Vor allem wenn es darum geht, Tipps zu geben, Lösungen zu präsentieren oder zu kritisieren.“ (Verfasser unbekannt. (Quelle: www.ekg-freiberg.de/ uploads/1289500012-997071.pdf)

Jakobus empfahl, bei der Hörbereitschaft ordentlich Tempo zu machen, aber er ermahnte auch, beim Reden ein paar Gänge herunterzuschalten. Damit unterstrich er einen weisen Spruch des Königs Salomo: „Kennst du jemanden, der redet, ohne vorher überlegt zu haben? Ich sage dir: Für einen Dummkopf gibt es mehr Hoffnung als für ihn!“ (Spr 29,20 Hfa) Das ist eine drastische Aussage, aber nicht aus der Luft gegriffen. Allerdings gibt es außer dem unbedachten, unüberlegten und allzu spontanen Reden auch noch die sogenannten „Quasselstrippen“, die ihren mächtigen Wortschwall ohne Punkt und Komma über die Mitmenschen ergießen. So etwas nervt besonders bei Telefongesprächen.

Nun könnten sich ja alle Wortkargen, Maulfaulen und Phlegmatiker entspannt zurücklehnen. Doch haben sie wirklich den Vorteil? Wohl nicht. Entscheidend sind nicht Menge und Tempo unserer Worte, sondern deren Motivation und Qualität! Und das geht uns alle an – ohne Ausnahme.

Jürgen Schammer


© Advent-Verlag Lüneburg


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