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40/2015
 

Denn der Menschensohn kommt für alle sichtbar – wie ein Blitz, der von Ost nach West am Himmel aufzuckt.

Matthäus 24,27 (Hoffnung für alle)

Ich habe einmal erlebt, wie ein Blitz ins Nachbarhaus einschlug – das war hell und laut. Meine Frau hat sogar in der Arztpraxis in diesem Hause gearbeitet. Die Patienten, Arzthelferinnen und die Ärzte waren heftig erschrocken. Es gab aber keinen Schaden, nicht einmal an der Elektronik, dank einer guten Blitzschutzanlage, die vorsorglich installiert worden war.

Nach der obigen Aussage von Jesus wird er plötzlich wiederkommen wie ein Blitz und unerwartet wie ein Dieb, der nachts kommt (vgl. 24,43). Kein einziger Mensch, der zu der Zeit lebt, wird das zweite Kommen von Jesus verpassen.

Plötzlich, unerwartet, aber nicht unbemerkt wird es geschehen. Jesus selbst sagte: Es wird sein wie zu Noahs Zeit: Die Menschen werden arbeiten, essen, schlafen, heiraten (vgl. V. 37-38). Auch Christen bilden da keine Ausnahme – warum auch? Überlegen wir einmal: Was würde ich tun, wenn ich wüsste, dass Jesus in drei Monaten wiederkäme? In Panik geraten? Den Resturlaub nehmen, gute Freunde besuchen und sich bei dem einen oder anderen entschuldigen? Was bringt es, wenn wir damit warten und uns erst einige Wochen vor der Wiederkunft Christi entschuldigen oder uns um ein reines Verhältnis zu Gott bemühen? Was hindert uns daran, das nicht schon heute zu tun – auch mit dem Wissen: Jesus kommt plötzlich und unerwartet?

Es wäre nicht schlimm, wenn wir auf dem Feld, in einer Fabrik oder in einem Büro arbeiten würden (vgl. V. 40-41) oder im Bett liegen und schlafen (vgl. Lk 17,34), wenn Jesus kommt. Wir dürfen und sollen – nach den Aussagen von Jesus, wie ich sie verstehe – unser Tagewerk erledigen. Arbeiten und Schlafen gehören zu unserem Leben dazu. Wir dürfen jetzt unser Leben in Arbeit und Erholung, in der Liebe zum Nächsten, ohne Hast und Sorge leben, weil Jesus bereits alles für uns – vorsorglich – getan hat.

Luther wird die Aussage zugeschrieben: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen!“ Wir dürfen gute Gewohnheiten weiterführen und schon heute schlechte ablegen. Geben wir heute ein Lächeln oder ein freundliches Wort dem Arbeitskollegen oder Nachbarn oder einfach dem, der uns auf der Straße oder in der Bahn begegnet! Und halten wir die Beziehung zu Jesus aufrecht!

Rainer Knoll


© Advent-Verlag Lüneburg


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