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28/2015
 

Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, sodass sie keine Entschuldigung haben.

Römer 1,19-20

Wenn ein Quizmaster im Fernsehen seine Fragen stellt, bangen viele Leute mit. Da geht es manchmal um alles oder nichts – gewinnen oder alles verlieren.

Ist das ein Bild für den Glauben, zum Beispiel bei der Frage, ob es Gott überhaupt gibt? Mit meinem „Ja“ kann ich viel mehr als alles Geld der Welt gewinnen, nämlich ewiges Leben! Mit meinem „Nein“, vertue ich diese Chance, und nach meinem Tod ist alles aus.
Große Denker haben die Frage nach Gottes Existenz durch Vernunft zu lösen versucht und etliche sinnvolle Antworten gefunden.

Die Welt als Ganzes lässt auf einen höchsten Urheber schließen. Auch die zweckmäßige Ordnung des Lebens legt die Existenz eines lenkenden Wesens nahe. Dieses Argument führte auch Paulus an, wie unser Andachtswort zeigt. Und heutzutage sind mehr Wissenschaftler als je zuvor aufgrund ihrer Forschungen überzeugt, dass es einen Schöpfer geben muss. Die Materie, das Universum und die Lebewesen sind viel zu kompliziert, als dass sie durch Zufall entstanden sein können, meinen sie.

Was aber, wenn Menschen trotzdem an Gott zweifeln? Da vertritt der Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal (1623-1662) eine hilfreiche These: Es sei besser, an Gott zu glauben; denn dabei würde man ja nichts verlieren, falls er nicht existieren sollte – aber alles gewinnen, wenn es ihn doch gibt.

Viele Menschen von früher bis heute dürften Gott mit einem „Experiment“ nach den Worten von Jesus gefunden haben: „Ihr sucht in der [Heiligen] Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist's, die von mir zeugt.“ (Joh 5,39) Und: „Wer den Willen Gottes tun will, wird erkennen, ob meine Lehre von Gott kommt oder ob ich aus mir selbst heraus rede.“ (Joh 7,17 NLB) Jesus verspricht, dass jeder aufrichtig suchende Mensch Klarheit nicht nur über die Existenz Gottes, sondern auch über seine Aussagen und seine Mission bekommen wird. Und wenn wir Jesus kennengelernt haben, können wir ihm auch vertrauen, denn wir werden feststellen, dass er vertrauenswürdig ist. Und beim Glauben geht es im Kern um dieses Vertrauen.

Albrecht Höschele


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17/0215 | 17/2017