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28/2015
 

Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden ... und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. Und Gott der Herr ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen.

1. Mose 2,8-9a

Welch eine Botschaft gleich am Beginn der Menschheitsgeschichte – eine Botschaft, die sich durch die gesamte Bibel hindurchzieht. Eine Aussage mit Signalcharakter, ein ganzes „Programm“, grundlegend und bestimmend für alles, was Gott noch tun wird!

Ist es nicht ergreifend zu sehen, mit welch einer unfassbaren Zuwendung Gott den ersten Menschen beschenkt und versorgt hat? Seine erste Tat nach Erschaffung des Menschen war eine Liebestat, eine Tat für den Menschen, ihm zugute. Gott denkt und handelt für uns! Das ist nicht nur das Verständnis der Schöpfungsgeschichte, sondern das der Heiligen Schrift – und ebenso für unser Verhältnis zu unserem Herrn und Gott.

Gott erschuf den Menschen nicht nur, sondern er gab ihm auch einen Lebensraum und Lebensrahmen. Adam wurde nicht als „Findelmensch“ ausgesetzt oder „ins Dasein geworfen“ (Sartre). Gott mühte sich um ihn und ließ sich alles mögliche Gute für ihn einfallen. So wird der Garten zum Symbol für Heimat und Geborgenheit. Hier ist der Mensch zu Hause, nicht in der Fremde. Hier ist er Gott nahe und nicht fern von ihm. Gott schenkte wohltuende und sichere Heimat.

Im Garten gab er ihm auch Vielfalt und Fülle, üppiges Leben, Leben im Überfluss, dazu Lust und Wonne („Eden“ heißt „Wonne“). „Verlockend anzusehen und gut zu essen“ – Aussagen, die zu Gott gehören und nicht zu Satan, wenn der sie auch nachgeäfft und missbraucht hat. Ja, in Eden konnte und sollte sich der Mensch entfalten und entwickeln. Er konnte lernen und entdecken, neugierig und unternehmungslustig sein. Er durfte erfahren, wie Gott ist: ein Menschenfreund par excellence, dem Leben zugewandt, ein liebender Vater.

Eden war herrlich – aber da leben wir nicht mehr. Die Sünde hat uns verdorben, nicht aber Gott! Er ist nicht zu einem Menschenfeind geworden. Der Erlöser ist derselbe wie der Schöpfer. Er hat wiederum alles für uns getan, hat uns alles Nötige geschenkt: Vergebung der Schuld, das Heil und das ewige Leben, die neue Kindschaft. Vertrauen, Liebe und Hingabe können und sollen unser Dank sein.

Hartwig Lüpke

© Advent-Verlag Lüneburg


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