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26/2015
 

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Psalm 23,3b

Es gibt Lebenssituationen, in denen wir förmlich nach Gottes Wegführung schreien und seinen Ratschluss für unser Leben erfahren wollen. Was ist die richtige Entscheidung in dieser oder jener Angelegenheit? Für welchen Weg soll ich mich entscheiden? Manchmal hat man das Gefühl, das Gebet gehe nur bis zur Zimmerdecke, weil eine konkrete Antwort ausbleibt.

Ich denke dann an zwei Episoden aus der Bibel. In der einen hatte ein feindlicher König einen Propheten beauftragt, das Volk Israel zu verfluchen, damit er im Kampf gewinnen kann. Und der Prophet machte sich mit den Abgesandten des feindlichen Königs und seiner Eselin auf den Weg. Und dann stellte sich ein Engel des Herrn dem Mann in den Weg. Die Eselin sah den Engel, aber Bileam – so hieß der Mann – nicht. Er sollte also an seinem Weg gehindert werden und war in seinem Eifer so blind, dass er den Engel nicht sah, den Gott ihm in den Weg gestellt hatte. (Vgl. 4 Mo 22.)

Eine andere Episode erzählt auch von Blindheit, aber in einer ganz anderen Art. Die Aramäer belagerten die Stadt, in der sich der Prophet Elisa mit seinem Diener befand. Der Diener hatte Angst; das ist verständlich. Aber der Prophet, den die Aramäer fangen wollten, blieb ganz ruhig und war überhaupt nicht ängstlich. Er bat Gott darum, seinem Diener die Augen zu öffnen. Und der sah plötzlich eine viel größere Streitmacht um Elisa herum, als die Feinde aufgeboten hatten (vgl. 2 Kön 6,15-17).

Ergeht uns das manchmal ähnlich? Wir bemerken nicht, dass die Engel um uns herum viel mehr sind als die Feinde? Jesus ist bei uns, das hat er uns versprochen (Mt 28,20); und wir bemerken es nicht, weil Angst und Sorgen uns blind machen.

In solch schweren Zeiten singe ich gern und sehr viel und schöpfe Mut und Zuversicht aus den Liedtexten. Lied 270 aus dem Buch Wir loben Gott z.B. lautet: „Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl; das macht die Seele still und friedevoll.“ Und am Ende des Liedes heißt es: „. du weißt den Weg für mich – das ist genug.“

Ich höre Erlebnisse von anderen Christen, die die Führung Gottes deutlich erkannt und erlebt haben. Das macht mir dann Mut, auch auf Gott zu vertrauen. Und wenn es auf dem Weg, den du gehst, keine Hindernisse gibt, kann das bereits ein Zeichen sein, dass Gott deinen Weg segnet.

Holger Hentschke

© Advent-Verlag Lüneburg


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