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17/0215
 

Da antwortete ihm Simon Petrus: „... Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“

Johannes 6,68-69

Keine Person der Weltgeschichte hat den Glauben, das Denken und das Verhalten der Menschen in der westlichen Welt so geprägt wie Jesus von Nazareth.

Dabei waren die irdischen Voraussetzungen, solch eine Bedeutung zu erlangen, bei ihm überhaupt nicht gegeben. Ein Jude, der am Rande des gewaltigen römischen Weltreiches lebte, ein Mann aus der Provinz, aus dem Duodezstaat Galiläa, damals noch nicht direkt Rom unterworfen, aus dem Flecken Nazareth, der übel beleumdet und so klein und unbedeutend war, dass der Ort im Alten Testament überhaupt nicht erwähnt wird. Ein Wanderprediger unter seinem Volk, begleitet von einigen Fischern, einem Zöllner und ein paar Frauen. Unbekannt den hellenistischen Philosophen und Literaten seiner Zeit, bekannt nur einigen Pharisäern und Sadduzäern, mit denen er theologische Fragen diskutierte, die nur die Juden interessierten. Kein Reicher, kein Einflussreicher, sondern einer aus der damaligen Unterschicht – arm, mittellos und ohne Zuhause (Lk 9,58). Kurz, einer, den man sich auf den ersten Blick scheinbar nicht merken muss.

Und doch ist der Name Jesus zum bedeutendsten Namen der Geschichte geworden. Petrus, von dem das obige Bekenntnis stammt, hat darin auch ausgesprochen, warum dies so ist. Es liegt an den Worten und an der Person von Jesus. Schon die Zuhörer des galiläischen Predigers waren von seinen Worten und seiner Person zutiefst bewegt: „Es hat nie ein Mensch so geredet wie dieser Mensch.“ (Joh 7,46)

Als dann die Botschaft der ersten Christen von der Person, der Botschaft und der Heilstat Christi in die antike Welt eindrang, da wurde Schritt für Schritt sein Name der Welt bekannt und überstrahlte bald die Namen aller Herrscher, Feldherren und Philosophen. So ist es bis heute geblieben, und so wird es auch weiterhin bleiben.

Aus dieser Erkenntnis heraus schrieb der Philosoph Sören Kierkegaard: „Selig, wer sich nicht an ihm ärgert; selig, wer glaubt, dass Jesus Christus hier auf Erden gelebt hat und dass er der war, für den er sich ausgab: Der geringste Mensch und doch Gott. Selig, wer keinen anderen kennt, zu dem er gehe, sondern in allem zu ihm zu gehen versteht.“

Hans Heinz


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