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08/2007
 

Die Sünde lauert vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.

1. Mose 4, 1-16

überglücklich beugte sich Eva über ihr eben geborenes Kind. Ein Wunder ist geschehen. Die kleinen Hände regen sich. Das Kind tut seinen ersten Schrei. Kain war geboren.

Auf diesem Kind ruhen die großen Hoffnungen einer Mutter. Was dem eigenen Leben versagt blieb, soll ihm vergönnt sein. Bis heute werden bei der Geburt Glückwünsche ausgesprochen, die davon reden, was aus dem Kind einmal werden soll.

Doch in einem Stück bleiben alle Kinder von Adam und Eva. Die Sünde drängt mit Macht in dieses Leben hinein. Von vornherein ist der Kampf aussichtslos.
Man will die Tür zuhalten. Aber die Sünde hat ihren Fuß in die Tür gestemmt. So zerstört sie jedes Leben.

Unstet und flüchtig geht Kain über diese Erde. Er muss mit seiner Schuld leben, die er doch nicht tragen kann. Dass er überhaupt noch lebt, ist Gottes Geduld mit ihm.
Unsere Eltern wussten, warum sie uns bei der Geburt nicht den Namen Kain gaben. Sie wollten nicht an dieses trostlose Leben erinnert sein. Und doch bleibt Kain das Urbild eines jeden Menschenlebens.

Eine neue Geburt muss geschehen. Gott muss selbst eingreifen und einen neuen Anfang setzen. Nur wer aus Gott geboren ist, ist ein neuer Mensch. „Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget, dass wir Gottes Kinder sollen heißen; und es auch sind!“ (1. Johannes 3, 1).

Den aussichtslosen Kampf mit der Sünde hat Jesus für uns zu Ende gebracht. Wenn er uns bewahrt, kann uns die Sünde nicht mehr aus seiner Hand reißen. Er ist stärker als die Sünde, die uns beherrschen will. So werden wir ihrem Druck auch nicht widerstehen können, wenn wir gegen sie ankämpfen, sondern nur wenn wir auf Jesus schauen und ihm für unsere Rettung danken.


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