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04/2007
 

Gott hat den, der ohne Sünde war, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit werden, die vor Gott gilt.
2. Korinther 5, 16-21

„Vergeben kann ich“, sagte Fürst Bismarck, „aber nicht vergessen!“
Was geschehen ist, sitzt zu tief, als dass man es ungeschehen machen könnte. Wie sollen die unheilvollen Taten je durch Reue und Wiedergutmachung korrigiert werden können?

Der Gedanke an eine völlige Vergebung sprengt menschliches Denken und übersteigt jede natürliche Empfindung. Aber der heilige Gott spricht von Vergebung und mutet uns das Unfassbare zu. So handelt allein er.

Vergebung bedeutet doch, Schuld abzulegen wie ein schmutziges Hemd. Dabei gehört sie zu meinem ganzen Wesen. Ich war es, der es tat. Meine Gedanken, meine Wünsche, meine Triebe, mein Zorn trieben mich diesen Weg.
Doch da greift Jesus ein. Er tut das Unmögliche. Er trennt mich von meiner Schuld. Er löst sie von meinem Wesen, wie man einen Rucksack vom Rücken abschnallt und zur Seite stellt.

Jesus hat die ganze Macht der Sünde ans Licht gezogen. Meine Schuld ist nur ein Teil jener unheimlichen Todesflut, die über die ganze Menschheit hereingebrochen ist. Hinter der Sünde steht der Aufruhr gegen den lebendigen Gott. Nur vordergründig verwundete meine Schuld Menschen. Noch viel schlimmer ist, dass sie in ihrem tiefsten Kern Gottes Liebe höhnte und lästerte.

Unter diese schreckliche Last hat sich Jesus gestellt. Dafür ging er in den Tod. Er hat den ganzen Fluch der Sünde der Menschheit vor Gott ausgehalten. Dafür ließ sich Jesus in die Hölle verbannen.

„Dass wir die Gerechtigkeit würden, die vor ihm gilt!“ Darum hat Jesus den Keil zwischen die Sünde und mich getrieben, dass ich heute das von ihm Neugeschenkte Leben in Gerechtigkeit vor Gott ergreife. Die Versöhnung mit Gott, die durch Jesus geschehen ist, kann nun jedes Leben heilen, das durch die Schuld verwüstet einem Trümmerfeld gleicht.


42/2012 | 03/2007