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42/2006
 

Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?

Psalm 42,4


Der Diebstahl seines alten Autos hatte für den Belgier Daniel Resimont durchaus auch angenehme Seiten. Er bekam seinen Toyota mit 300.000 Kilometern auf dem Tacho in deutlich verbessertem Zustand zurück. Die Diebe hatten neue Reifen aufgezogen, eine Delle in der Tür ausgeheult, den Wagen gewaschen und voll getankt. Die Polizei stellte das Fahrzeug bei einer Razzia sicher.

Nicht immer muss ein Verlust oder Schaden negativ sein. Daniel Resimont wird sich bestimmt geärgert haben, als sein Auto gestohlen wurde. Doch letztlich war er für den Diebstahl dankbar. Auch uns kann Ähnliches passieren. Ich werde plötzlich krank, habe einen Unfall oder verliere meinen Arbeitsplatz. Später wird mir be-wusst, dass dadurch mein Leben eine andere Richtung nahm, die für mich notwendig war.

Da ein Christ in einer derartigen Situation jedoch nicht weiß, wie sie für ihn ausgeht, kann es sein, dass er in ein dunkles Loch fällt. Er betet in seiner Not ernsthaft zu Gott, scheint ober keine Hilfe zu erfahren. In solch einem Augenblick tauchen Fragen auf: Warum erhört Gott nicht mein Gebet? Wieso muss gerade ich als Christ leiden? Hat es noch Sinn, auf Gottes Hilfe zu vertrauen? Es mag sogar Menschen in der Umgebung geben, die spotten: „Wo ist nun dein Gott?"

Ähnlich drastisch sagte auch Hiobs Frau zu ihrem Mann: „Hältst du noch fest an deiner Frömmigkeit? Sage Gott ab und stirb!" (Hiob 2,9) Der wohlhabende und auf Gott vertrauende Hiob verlor durch „Schicksalsschläge" seinen Besitz, seine Kinder und wurde schwer krank. Sein Glaube an Gott wurde auf eine harte Probe gestellt. Doch er antwortete seiner Frau: „Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?" (2,10) Auch Hiob hatte seine Zweifel. Er verfluchte den Tag seiner Geburt. Er fühlte sich von Gott ungerecht behandelt und wollte sich vor dem Herrn selbst verantworten. Auf die Frage Gottes: „Wer mit dem Allmächtigen rechtet, kann der ihm etwas vorschreiben?" (40,2), musste Hiob bekennen: „In meinem Unverstand hob ich geredet von Dingen, die mein Denken übersteigen." (42,3 GNB) Doch bevor Hiob zu dieser Erkenntnis kam, war er sich der Tatsache bewusst: „... ich weiß, dass mein Erlöser lebt ..." (19,25). Wenn auch wir einmal sehr verzweifelt sind, sollten wir nicht vergessen, dass Gott trotz allem durch Jesus Christus unser Erlöser ist.

Holger Teubert


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