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41/2006
 



Die an seinen Namen glauben

Suchen und finden


Lukas 11, 5-13

Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer bittet, der empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.

Ein Kranker, der sich nur die Anschriften von Krankenhäusern aus dem Telefonbuch abschreibt, wird davon nicht gesund. Er muss ins Hospital.

Ein Schiffbrüchiger, der im eiskalten Wasser treibt, wird nicht gerettet, indem er über die Konstruktion von Rettungsbooten nachdenkt. Er braucht wenigstens eine Holzplanke, an die er sich klammern kann.

Hungernde werden nicht satt, wenn man mit ihnen über Weltwirtschaft und Überbevölkerung philosophiert. Sie brauchen Brot zwischen den Zähnen.
Jesus macht Mut, mit diesem Heißhunger auch im Glauben zu suchen. Sich ab und zu mit religiösen Fragen zu befassen, ist noch kein Suchen. Mit dem Kopf allein dringt man nicht zur Klarheit durch.

Wenn Jesus vom Beten spricht, denkt er an hungrige Kinder. Sie liegen ihrem Vater in den Ohren, bis sie endlich etwas zum Essen haben.

Beten ist dem Klopfen an der Tür gleich. Da feilscht man doch nicht um zwei Mark Almosen. Man will durch die Tür heim zum Vater. Wer so anklopft, dem wird aufgetan.

Beten ist der Weg zum Glauben. Hier finden Suchende noch mehr als Antworten. Sie finden den Herrn, der ihnen die Tür öffnet und sie zu sich lässt. Er versteht uns in den vielen kleinen Dingen, die uns bekümmern. Aber auch das Größte ist uns hier verheißen. Suchende und Bittende bekommen seinen Heiligen Geist. Der macht uns im Glauben gewiss, indem er uns in Jesus Christus fest verwurzelt.

Wie groß ist oft die Ratlosigkeit in Glaubenszweifeln. Man bittet andere um Hilfe. Aber sie können uns keine Gewissheit geben, so gut sie es auch meinen. Darum fordert Jesus auf, beim Suchen direkt zu ihm zu kommen. Er will nicht nur Gaben geben. Er will sich selbst finden lassen von dem, der nach ihm sucht.





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