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30/2006
 



Wir sind geheilt!

Jesaja 53, 1-6

Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

Wer im Radio eine bestimmte Sendung hören will, muss genau die Wellenlänge einstellen. Sonst gibt es einen undeutlichen Empfang. Es rauscht und kracht. Die Stimmen und Töne kommen völlig verzerrt aus dem Lautsprecher. Genauso ist es beim Hören auf Gottes Stimme.

Wer Gott sucht, muss beim gekreuzigten Jesus stehen bleiben. Da schließt uns Gott sein Herz auf. Nirgendwo sonst hat er so klar gesprochen. Nirgendwo sonst ist seine Liebe und sein Erbarmen so deutlich zu fassen.

Man kann im schwersten Schmerz auf dem Friedhof stehen und keinen menschlichen Trost mehr wissen, aber dann stellen wir das Kreuz auf den frischen Grabeshügel. Darin ist unser ganzer Glaube zusammengefasst. Darin sind wir getröstet.
Warum wählen wir nicht ein anderes Zeichen? Spricht das Bild des heilenden und segnenden Herrn nicht tröstender? Könnte uns eine Abbildung des Herrn, der die tobenden Wellen zum Schweigen bringt, nicht mehr sagen?

Nein! Woran ich sterbe, ist mehr als Krankheit und tobende Wellen. Ich sterbe an meiner Gottlosigkeit und Sünde, die Gott richtet. Nur sein Kreuz rettet mich!
Alles liegt in diesem kurzen Satz „um meiner Sünde willen zerschlagen“. Er braucht mein Mitleid nicht, aber meine Sünde. An ihr hängt der unheimliche Fluch, der mich von Gott weg in die Hölle zieht. Das hat er für mich erlitten. Dafür ging er ins Gericht - für mich!

Wo ist jetzt meine Schuld, die mich anklagt? Drückt sie mich noch nieder? Oder habe ich sie auch auf seinen zerschlagenen und geschundenen Rücken gelegt? Was er getragen hat, ist weggetragen. Niemand kann es mehr vorholen.
Der gekreuzigte Jesus starb nicht nur für mich. Er ist auch für mich auferweckt. Das Alte ist vergangen. Wir sind geheilt!


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