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27/2006
 

Was ist wirkliches Beten?

„Jesus betete einst unterwegs an einer einsamen Stelle. Als er geendet hatte, bat einer seiner Jünger: ,Herr, lehre uns auch beten, so wie Johannes der Täufer seine Jünger beten lehrte!’“
(Lukas 11,1, Bruns-Übers.)

Was ist wirkliches Beten? Wäre es nicht wichtig, dies zu wissen, bevor wir uns mit den verschiedenen Aspekten des Gebetes befassen?

Mit Gott reden wie mit einem Freund.


„Das Gebet ist das Öffnen des Herzens vor Gott wie vor einem Freund. Nicht weil es notwendig wäre, Gott zu sagen, was wir sind, sondern, um uns zu befähigen, ihn zu empfangen. Das Gebet bringt Gott nicht zu uns herunter, sondern hebt uns zu ihm empor.“ (SC, 93)

Ein Gespräch mit Gott.

„Wenn wir den Herrn immer vor Augen haben und unser Herz von Dank und Gotteslob überfließen lassen, dann wird unser religiöses Leben ständig erfrischt. Unsere Gebete zu Gott werden die Form eines Gespräches mit einem Freund annehmen. Er wird uns persönlich seine Geheimnisse eröffnen. Oft wird uns ein beglückendes Bewusstsein der Gegenwart Jesu erfüllen. Oft werden unsere Herzen in uns brennen, wenn er sich uns nähert, um mit uns Gemeinschaft zu pflegen, wie er es einst mit Henoch tat. Wenn der Christ wirklich diese Erfahrung macht, dann wird in seinem Leben eine Einfachheit, Beschiedenheit, Sanftmut und Herzensdemut sichtbar, die allen Menschen, mit denen er verkehrt, zeigt, dass er Christus begegnet ist und von ihm gelernt hat.“ (COL, 129.130)

Der Schlüssel in der Hand des Glaubens.

„Die Finsternis des Bösen umgibt jene, die das Beten vernachlässigen. Die Versuchungen, die der Feind einflüstert, verleiten sie zur Sünde; und das nur, weil sie die besonderen Vorteile nicht nutzen, die Gott ihnen durch das Gebet gegeben hat. Warum widerstrebt es den Söhnen und Töchtern Gottes, zu beten, wo doch das Gebet der Schlüssel in der Hand des Glaubens ist, der uns des Himmels Vorratskammern auftut, in denen die unermesslichen Hilfsquellen der Allmacht aufbewahrt sind? Ohne unaufhörliches Beten und fleißiges Wachen sind wir in Gefahr, sorglos zu werden und vom rechten Weg abzukommen.“ (SC, 94, 95)

Das Beten ist die Seele des Glaubenslebens.

„Vernachlässige nicht das Gebet im Verborgenen, denn es ist die Seele des Glaubenslebens. Ringe in ernstem, innigem Gebet um eine reine Seele. Ringe mit solchem Ernst und mit solch heftigem Verlangen, wie du sie aufbringen würdest, wenn dein sterbliches Leben auf dem Spiel stünde. Bleibe so lange vor Gott, bis in dir ein unaussprechliches Verlangen nach Rettung geweckt ist und du die köstliche Gewissheit der Vergebung deiner Sünden erlangt hast.“ (T 1, 163)

Das Atmen der Seele.

„Das Gebet ist das Atmen der Seele. Es ist das Geheimnis geistlicher Kraft. Kein anderes Gnadenmittel kann an seine Stelle treten und die Seele dabei gesund bleiben.

Das Gebet bringt das Herz in unmittelbare Berührung mit der Quelle des Lebens und gibt der religiösen Erfahrung neue Spannkraft. Vernachlässigst du das Gebet oder betest du nur hin und wieder oder wenn es dir angenehm ist – dann verlierst du den Halt in Gott.“ (GW, 254.255)

Mein Gebet:

Himmlischer Vater, lass mir doch das Gebet wichtig werden, und lass mich in dir meinen besten Freund sehen.


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