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06/2006
 

Petrus antwortete: "Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis zu gehen, ja mit dir zu sterben!"

Lukas 22,33 (Gute Nachricht Bibel)

Ein schwarzer Tag damals, der 30. Januar 1933. Hitler wird Reichskanzler. "Jetzt kommt das Heil für alle!", dachten viele. Endlich! Nun kommen die ans Licht, die bisher im Schatten standen: die Armen, die Verlierer. Zunächst sieht es auch so aus. Aber dann dreht sich der Wind. Man merkt, Gegenstimmen sind nicht erlaubt, sie bedeuten Gefängnis oder Tod. Und zwölf Jahre lang geht es nicht um das Wohl des Landes, sondern nur um das Wohl der neuen Herren und ihrer Damen. Aber das wissen damals nur wenige

Ein rabenschwarzer Tag, der 30. Januar 1933. Am Abend gibt es einen Fackelzug in Berlin. Hitler steht auf dem Balkon und genießt, die Menschen zeigen ihre Ergebenheit.

Zwölf Jahre später in Berlin ist der Untergang der damals Mächtigen besiegelt. Sie selber glauben noch nicht daran; reden noch vom Endsieg, als die Russen nur hundert Meter entfernt sind; sind dem eigenen Wahn verfallen und können nur noch glauben, was sie glauben wollen.

Es gab einige Tapfere, die hier nicht mitmachten, Kopf und Kragen riskiert und "Nein" gesagt haben. Manche riefen nach außen "Heil" und lasen heimlich in der Bibel. Zu Gott beten und den "Führer" anhimmeln. Von Nächstenliebe sprechen und jüdische Schaufenster einschlagen. Manche taten beides.

Glaube schützt nicht vor Unrecht. Leider. Das gibt es auch im Jahre 2006. Ich kann an Gott glauben und Kinder schlagen. Ich kann die Zehn Gebote kennen und meine Eltern vergessen. Ich kann Jesus lieb haben und meinen Nachbarn über den Tisch ziehen. Das passt zwar nicht zusammen, aber viele machen es so, oder?

Glaube ist kein Schutzschild. So wie damals bei Petrus. Der hat Jesus wirklich lieb, hängt an ihm, setzt sich für ihn ein; kämpft sogar für ihn, wenn es sein muss. Petrus, der Maulheld - stark mit dem Mund und ganz schwach, wenn es darauf ankommt, wenn aus Worten Taten werden müssen. Ganz laut ruft Petrus, dass es alle hören: "Nie werde ich Jesus, meinen Freund, verraten!" Und leise macht er sich aus dem Staub, als Gefahr droht. Und wir?

Sagen wir unseren Lehrern, Freunden, Nachbarn und Arbeitskollegen ganz klar: "Ich bin Christ. Auch wenn ich vieles falsch mache, ich hänge an Christus." Und mir droht kein Kreuzgang, kein Konzentrationslager vielleicht ein spöttisches Lächeln. Bekenne ich mich zu dem, was ich glaube?

(Beate Strobel)


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