You are here: Andacht der Woche  

01/2006
 

Denn so spricht der herr zu denen in Juda und zu Jerusalem: Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen!

Jeremia 4,3

Beim Pflügen, muss man nach vorn schauen - denn, so sagt Jesus: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes." (Lk 9,62)

Wir sehen heute kaum noch einen Landwirt, der den Pflug mit der Hand führt, dennoch verstehen wir, was uns diese Bibelworte sagen wollen: Fangt neu an! Setzt euch ein Ziel und verliert es nicht aus den Augen. Wir werden das gesetzte Ziel nicht erreichen, wenn wir im Alten hängen bleiben oder uns allzu leicht von Nebensächlichkeiten ablenken lassen.

Dabei ist zu beachten, dass Jesus nicht von irgendeinem Ziel spricht, sondern vom Reich Gottes. Da wollen wir hin und da werden wir auch hinkommen, wenn wir unsere kleinen Etappenziele auf dieses größte Ziel ausrichten.

Wir stehen wieder am Anfang eines neuen Jahres. Das war nicht immer so. Unsere noch heute gebrauch liehen Monatsnamen stammen aus dem römischen Kalender und die Römer begannen das Jahr mit dem März. Der Januar war bei ihnen der elfte Monat. Seinen Namen bekam er von dem Gott Janus, den sich die Römer mit einem Doppelgesicht dachten, dem Januskopf, (er hätte beim Pflügen nach vorn und zugleich zurückschauen können). Janus war auch der Gott der Türen und Tore, der Gott des Eingangs. Von dieser Bedeutung her passt der Januar besser an den Jahresanfang als der März. Am ersten Januar, den wir als Neujahrstag feiern, feierten die Römer den Festtag des Janus. Weil sie sich Janus als edlen, vornehmen Gott dachten, vermieden sie an diesem Tage alle Schimpfworte und wünschten einander nur Gutes und Schönes.

Auch wir sagen uns zum Jahresbeginn viele gute Worte und wünschen einander schöne Dinge, doch die Erfüllung der guten Wünsche lässt oft auf sich warten oder bleibt ganz aus.

Vergeben wir einander das Unschöne der Vergangenheit. Gehen wir tapfer und mit Gott an unserer Seite voran und verlieren bei allen Vorsätzen und Plänen nie unser größtes Ziel aus den Augen.

Und wenn wir, nicht nur am Jahresanfang, sondern an allen Tagen einander mit Liebe und Achtung begegnen, dann wird das neue Jahr mit Sicherheit gesegnet werden.

Lothar Reiche


26/2012 | 52/2005