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16/2015
 

Gott ist Liebe, und wer in dieser Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

1. Johannes 4,16b (Hoffnung für alle)

Dieser kurze Satz enthält das Höchste und zugleich das Tiefste, was jemals über Gott ausgesagt werden kann. Johannes, der Jünger der Liebe, hat ihn vor gut 1900 Jahren niedergeschrieben. „Gott ist Liebe“ – das heißt, Gott hat nicht nur Liebe – sehr viel Liebe -, sondern er ist Liebe, das heißt: er ist die Liebe in Person.

Was haben wir Menschen aus der Liebe gemacht? Liebe ist „eine Allerweltsvokabel“ geworden, „die für alles Mögliche und Unmögliche herhalten muss. Was eine Mutter für ihr Kind empfindet und ein Mann für seine Frau: Liebe. Ein Mensch kann sein Auto lieben und sein Vaterland, einen Hund oder ein Hobby. Wir ,lieben' alles und darum nichts. Wir bringen es fertig, sogar von ,käuflicher Liebe' zu sprechen.“ (Douglas Cooper, Leben heißt Lieben, Advent-Verlag, Lüneburg 2002; S. 7). Welch eine Inflation des Wortes Liebe! ~

Wahre Liebe ist aber lebensnotwendig. So wenig wir ohne Licht, Luft und Nahrung leben können, so wenig vermögen wir es ohne Liebe. Hätte uns unsere Mutter die Liebe und Fürsorge nach unserer Geburt verweigert, gäbe es uns längst nicht mehr. Genauso wenig können wir ohne Gottes Liebe leben. Jeder von uns ist auf sie angewiesen (vgl. Mt 5,44-45).

Solange wir allerdings über Gottes Liebe nur nachdenken und darüber reden, bleibt sie graue Theorie. Da echte Liebe es am meisten mit Hingabe zu tun hat, ist Gott sehr praktisch geworden: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.“ (Joh 3,16 NLB) Nirgends ist Gottes Liebe deutlicher geworden als am Kreuz auf Golgatha, an dem Jesus uns zuliebe starb!

Wer wirklich erkannt hat, wie sehr Gott ihn liebt, den drängt es dazu, diese Liebe zu erwidern. Und „wer in dieser Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm“, sagt unser Andachtstext. Das bedeutet, dies führt zur engsten Gemeinschaft zwischen dem liebenden Gott und dem verlorenen Menschen. Etwas Größeres und Wichtigeres kann man sich nicht vorstellen! Darum wünsche ich mir und jedem, der diese Andacht liest, dass wir die Liebe Gottes täglich annehmen und großzügig weitergeben.

Reinhold Paul


© Advent-Verlag Lüneburg


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