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14/2015
 

Unser Vater im Himmel! Dein Name werde gehei- ligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und füh- re uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 6,9–13

Jesus betete während seines irdischen Dienstes oft lange und intensiv zu seinem Vater – und das hat- te entsprechende Auswirkungen. Bei ihm holte er sich Kraft und Wegweisung. Solch eine Stärkung wünschten sich auch seine Jünger (Lk 11,1). Darum lehrte er sie dieses „Mustergebet“ (V. 2–4).

Wie er selbst dürfen auch wir Gott „Vater“ nen- nen: „unser Vater“. Das ist ein Wunder: Der Mensch redet zum lebendigen, allmächtigen Gott vertrau- ensvoll wie zu einem Vater, und Gott hört ihn, erhört sein Gebet – nicht wie ein Automat, sondern in fürsorgender Liebe – eben wie ein guter Vater (siehe Mt 6,7–8).

„Dein Name werde geheiligt.“ Wir treten für Gottes Ehre und Heiligkeit ein – in unserem Leben und auch im Leben Anderer. Mit der Bitte „Dein Reich komme“ bringen wir unsere Sehnsucht nach der Rückkehr von Jesus zum Ausdruck. Die dritte Bitte kann man so wiedergeben: „Verschaff deinem Willen Geltung, auf der Erde genauso wie im Him- mel.“ (GNB) Wenn wir sie beten, erklären wir uns bereit, Gottes Willen zu tun.

Bei der Bitte um das tägliche Brot ist all das Lebensnotwendige eingeschlossen. Auch die Bitte um Vergebung haben wir täglich nötig; der Nach- satz „wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben“ (EB) mahnt unsere Vergebungsbereitschaft an. Die Bitte um Schutz vor Versuchungen mahnt uns zugleich, vor Versuchungen die Türen zu ver- schließen. Die Bitte um Erlösung vom Bösen betrifft dieses Leben (Unrecht und Tod), aber auch die endgültige Befreiung von dem Bösen am Ende der Weltzeit.

Am Ende dieses Gebets verherrlichen wir noch einmal Gott mit der Gewissheit seiner Herrschaft und dem Lob seiner Macht und Herrlichkeit.

Solch ein Mustergebet kann für junge Christen eine gute Hilfe sein. Erfahrene Gläubige erinnert es an die Grundanliegen, die in jedes morgend- liche Gebet gehören. Welch Vorrecht ist es, einen so wunderbaren Vater im Himmel zu haben, mit dem wir reden können und der sich um uns kümmert!

Albrecht Höschele



© Advent-Verlag Lüneburg


29/2015 | 17/2006