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06/2015
 

Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Täglich sinne ich ihm nach … denn es ist ewiglich mein Schatz.

Psalm 119,97–98

Ausgerechnet in der eritreischen Armee hatte Isaac den christlichen Glauben kennengelernt. Sein Trupp war überfallen worden, 450 Soldaten star- ben, er allein überlebte. „Du bist nicht umsonst am Leben geblieben, Gott hat noch etwas mit dir vor!“, meinte einer seiner Mitkämpfer und schenkte ihm eine Bibel. Er las sie heimlich, versteckte sie jedes Mal wieder – gut eingepackt – im Wüstensand. Sein Schatz wurde ihm immer wertvoller. Schließlich kam es doch ans Licht, dass er in der Bibel gelesen hatte.

Isaac wurde verhaftet, gefoltert und sollte seinem christlichen Glauben abschwören. Gemeinsam mit anderen Christen steckte man ihn in einen Stahl- container, der nur einmal am Tag für eine Stunde geöffnet wurde. Statt sich sofort auf ihre spärliche Nahrung zu stürzen, nutzten die Gefangenen das Tageslicht, um einen Blick auf die wenigen Bibel- seiten zu werfen, die sie heimlich untereinander austauschten. In Eritrea sind schätzungsweise 1000 Christen in solchen Gefängniscontainern inhaftiert. (Quelle: Open Doors)

Ja, die Bibel ist ein gefährliches Buch! Die Regie- rungen aller Länder, in denen Christen verfolgt werden, fürchten dieses Buch und verbieten seine Lektüre und Verbreitung, denn es ist Gottes Wort, das Menschen begeistert und verändert, ihnen neu- es Leben gibt, die Angst wegnimmt, uns Mut macht und Kraft gibt. Kein Wunder, dass es viele wie der Psalmist und Isaac als einen Schatz ansehen.

Die Adventgemeinde war von Anfang an eine Gemeinde des Wortes. Ihre Gründung war das Ergebnis intensiven Bibelstudiums. Bis heute ist sie die Glaubensgemeinschaft, die am konsequentesten an der biblischen Botschaft festhält. Umso erstaun- licher ist, dass im Jahr 2010 auf der Generalkonfe- renzversammlung in Atlanta eine Studie veröffent- licht wurde, die besagt, dass nur noch 51 Prozent der Adventisten regelmäßig in ihrer Bibel lesen.
Manchmal frage ich mich, wann wir es bemer- ken würden, wenn über Nacht alle unsere Bibeln verschwunden wären. Am nächsten Morgen? Am folgenden Sabbat? Vielleicht erst nach Wochen – oder überhaupt nicht?
Für verfolgte Christen ist das Wort Gottes das Lebenselixier. Warten wir nicht auf schwierige Zei- ten, sondern nutzen wir diese Kraftquelle jeden Tag!

Heidemarie Klingeberg


© Advent-Verlag Lüneburg


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