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34/2014
 

Sei allen ... ein Beispiel mit deinem Reden und Tun, deiner Liebe, deinem Glauben und deiner Reinheit.

1. Timotheus 4,12b (Gute Nachricht Bibel)

Gott erwartet von uns, dass wir unseren Mitmenschen durch vorbildliches Verhalten und Handeln die Botschaft der Erlösung glaubwürdig machen. Leider gelingt uns das nicht immer. Was geschieht, wenn wir als Vorbilder versagen? Schuldhaftes Versagen von Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und auch in den Kirchen wird in den Medien angeprangert. Scharenweise verlassen deshalb enttäuschte Menschen ihre Partei oder ihre Kirche.

Gottes Wort berichtet sehr offen darüber, dass zu allen Zeiten Gläubige diesem hohen Anspruch an unser Verhalten nicht immer gerecht geworden sind. Zwei von zwölf der von Jesus berufenen Jünger zählen dazu. Der „Schatzmeister“ (Judas) lieferte ihn für 30 Silberlinge den Henkern aus, der vorlaute „Wortführer“ (Petrus) verleugnete ihn kurz darauf unter Fluchen und Schwören. Doch keiner der übrigen Zehn gab deshalb seinen Glauben an Jesus auf. Sie hatten offenbar bereits die geistliche Reife, zwischen der Glaubwürdigkeit ihres Herrn und der Unzuverlässigkeit seiner Jünger zu unterscheiden. Von allen Männern und Frauen, die in Hebräer 11 als Vorbilder des Glaubens vorgestellt werden, verschweigt das Alte Testament nicht deren schwere Vergehen.

Es kann uns wirklich enttäuschen, wenn Christen als Vorbild versagen. Doch wir müssen stets bewusst darauf achten, das Versagen des Bodenpersonals nicht Gott anzulasten. Es sind gläubige Menschen, die in ihrer Schwachheit versagen. Paulus zeigte uns den rechten Weg, auf das Versagen anderer zu reagieren: „Wenn einer von euch vom richtigen Weg abkommt, dann sollt ihr, die von Gottes Geist geleitet werden, ihn liebevoll wieder zurechtbringen. Seht aber zu, dass ihr dabei nicht selbst zu Fall kommt.“ (Gal 6,1 Hfa) Ferner gilt es zu bedenken: Wer sich wegen eines Versagens anderer Christen von Gott und seiner Gemeinde abwendet, macht sich selbst zum Verlierer; er verliert die Verbindung zur Quelle des Lebens.

Lassen wir uns heute vom Wort Gottes bewegen, unseren Glauben nicht vom Fehlverhalten anderer abhängig zu machen, denn auch wir brauchen täglich Gottes Vergebung. Lassen wir uns zugleich ermutigen, unser Leben auch um unserer Mitmenschen willen so zu gestalten, dass sie dadurch am Evangelium Interesse finden oder in ihrem Glauben an Gott bestärkt werden.

Joachim Hildebrandt


© Advent-Verlag Lüneburg


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