You are here: Andacht der Woche  

22/2014
 

Denkt daran, was es Gott gekostet hat, euch aus der Sklaverei der Sünde zu befreien … Christus hat euch losgekauft, aber nicht mit vergänglichem Silber oder Gold, sondern mit seinem eigenen kostbaren Blut.

1. Petrus 1,18–19a (Hfa)

Eine ältere Dame aus dem Starnberger Raum hatte ein paar Teppiche geerbt. Da sie nicht alle auslegen konnte, gab sie den blauen Läufer mit Blumenmuster und rotem Rand zum Verkauf in ein Augsburger Auktionshaus. Auf ungefähr 900 Euro geschätzt, wurde er für satte 20.000 Euro versteigert. Sechs Monate später bot das Londoner Auktionshaus Christie’s den Perserteppich aus dem 17. Jahrhundert zum Schätzpreis von 350.000 Euro an. Die Versteigerung entwickelte sich zu einer Bieterschlacht, die den Erlös in ungeahnte Höhen trieb: umgerechnet 7,2 Millionen Euro – der teuerste Teppich der Welt! Die frühere Besitzerin fühlte sich um ein Vermögen gebracht und klagte auf Schadenersatz. Doch das Landgericht Augsburg wies ihre Forderung ab – der wahre Wert des Perserteppichs sei für das regionale Auktionshaus nicht erkennbar gewesen.

Diese Geschichte hat sich 2011 tatsächlich ereignet – und sie ist nicht einzigartig. Von einer ähnlich unglaublichen Geschichte berichtet das heutige Andachtswort. Der Apostel Petrus erinnerte die Christen daran, dass Gott selbst einen unvorstellbar hohen Preis bezahlte, als Jesus Christus sein Leben gab, um uns aus der Knechtschaft der Sünde zu befreien.

Um den Wert eines Perserteppichs schätzen zu können, braucht man neben einem geschulten Auge und viel Erfahrung auch Informationen über dessen „Lebenslauf“. Was der Augsburger Auktionator nicht wusste, war, dass der unscheinbare Läufer aus dem Besitz einer französischen Gräfin stammte, die eine große Sammlung iranischer Kunst ihr Eigen nannte. Ebenso wenig ahnen die meisten Menschen, um wen es sich bei dem jüdischen Wanderlehrer Jesus von Nazareth in Wirklichkeit gehandelt hat. Für sie ist seine Geschichte nur eine fromme Legende. Sie glauben nicht, dass Gottes Sohn sein Leben für sie geopfert hat. Deshalb wissen sie auch nicht um ihren eigenen Wert vor Gott. Sie sehen in Jesus ein „Muster ohne Wert“ und in sich selbst einen „alten Teppich“.

Wer am Ende die ganze Wahrheit über sich und Gott erfährt, für den wird sie zum Albtraum werden – wie für die Dame die Sache mit dem Perser. Wie gut, dass wir schon heute um den wahren Wert wissen dürfen, den wir in Gottes Augen besitzen!

Rolf J. Pöhler

© Advent-Verlag Lüneburg


29/2014 | 30/2014