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15/2014
 

Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

Psalm 139,13–14

David spricht mir hier aus der „Seele“. Wo immer ich mich näher mit der Natur beschäftige, erkenne ich die wunderbaren Werke des Schöpfers. Ich bewundere die genialen Lösungen, die er geschaffen hat, damit seine Geschöpfe leben können. In seinem durch Nerven und Hormone vernetzten Funktionsplan des Körpers ergänzt ein Organ das andere. Alles ist fein aufeinander abgestimmt.

Ein Beispiel dafür sind die Nieren: Sie haben die Funktion einer Hochleistungs-„Kläranlage“ und filtern die Abfallprodukte unseres Stoffwechsels aus dem Körper. Ohne ihre „Entgiftung“ würden wir nach wenigen Tagen an Blutharnvergiftung sterben.

In jeder Minute fließen 1,2 Liter Blut durch die zwei Millionen Nierenkörperchen (Nephronen). Alle fünf Minuten wird damit unser gesamtes Blut gereinigt. Pro Tag werden zunächst 150 Liter Primärharn ausgefiltert, aus dem dann aber 99 Prozent des Wassers und (nach einer genauen Analyse des Blutes) lebenswichtige Stoffe (z. B. Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium) in der genau richtigen Dosierung wieder in das Blut zurückgeführt werden. Dies geschieht in der „Rückgewinnungsanlage“, den in ihrer Gesamtheit kilometerlangen Nierenkanälchen: Tubuli. Nur etwa 1,5 Liter Harn werden schließlich ausgeschieden.

Darüber hinaus sind die Nieren dafür zuständig, die Wassermenge und den Salzgehalt im Körper konstant zu halten, das Säure-Basen-Gleichgewicht zu regulieren und den Blutdruck, die Blutbildung sowie den Knochenaufbau zu regeln.

Wir wissen heute mehr über die komplizierten Funktionen der Nieren als David. Müssten wir deshalb den „Konstrukteur“ nicht noch mehr bewundern als er? Prof. Hermann Haller schreibt: „Die Nieren haben einen besonders intelligenten Kontrollmechanismus entwickelt.“ In den Fachbüchern werden immer wieder die Organe gelobt, die sich selbst entwickelt und erstaunliche Lösungen gefunden hätten; oder man spricht von der Evolution als von einer „intelligenten“ – in der Materie vorhandenen (!) – naturgesetzlichen Kraft, die auch die Nieren entwickelt haben soll.

Diese Entwicklungsidee widerspricht meiner Logik und meiner Erfahrung. Ich will wie David lieber den Schöpfer loben und seine genialen Werke bewundern.

Harald Weigt


© Advent-Verlag Lüneburg


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