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44/2013
 

Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

Epheser 6,12

Obwohl wir als Christen einen „NichtkämpferStandpunkt“ vertreten, stellt uns Paulus als Kämpfer dar. Wie ist denn das zu verstehen?

Es geht Paulus um den „guten Kampf des Glaubens“ (1 Tim 6,12), der eingebettet ist in einen größeren Kampf, nämlich der großen kosmischen Auseinandersetzung zwischen Christus und Satan. Denn Satan ist keine Märchengestalt, sondern der „altböse Feind“, wie Martin Luther ihn in seinem bekannten Lied „Ein’ feste Burg ist unser Gott“ bezeichnete (dem „Schlachtlied“ der Reformation, die heute vor 495 Jahren mit dem Anschlag seiner 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg begann).

Schon vor der Erschaffung der Menschheit zettelte Satan (damals noch „Luzifer“ – der „Scheinende“) im Himmel einen heimtückischen Streit an, der damit endete, dass er mit einem Drittel der Engel (das sind die „bösen Geister unter dem Himmel“) aus dem Himmel geworfen wurde (Off b 12,3.7–9). Durch Adam und Eva, die er im Paradies zur Sünde verführte, verschaffte er sich Zugang in diese Welt (1 Mo 3). Seitdem beeinflusst er die Menschen auf heimtückische Weise.

Auch Christen versucht er zu verführen – selbst dadurch, dass sie sich beispielsweise einbilden, demütig genug zu sein (vgl. C. S. Lewis, Dienstanweisungen für einen Unterteufel). Oder aber dadurch, dass er ihnen einflüstert: „Du bist nicht gut genug. Gib auf, du gehst sowieso verloren.“
Doch Jesus bleibt Sieger im großen kosmischen Kampf und wir bleiben es auch, vorausgesetzt, wir stellen uns auf seine Seite. Er bietet uns an: „Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“ (Joh 8,36)

Die sicherste „Verteidigungsstrategie“ in diesem Kampf besteht darin, dass wir lernen, konsequent Nein zu Satans Einflüssen zu sagen, und uns genauso konsequent jeden Tag bewusst dem Sieger, Jesus Christus, anvertrauen. Paulus schrieb: „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!“ (1 Kor 15,57) Beachten wir: Der Sieg wird uns geschenkt, wir müssen ihn uns nicht erkämpfen (vgl. 2 Mo 14,13.14).

Albrecht Höschele


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