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31/2013
 

Solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott.

2. Korinther 3,4

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, hört man häufig. Das mag richtig sein beim Kauf eines Gebrauchtwagens oder wenn wir etwas per Internet kaufen. Im Alltag wird aber schnell klar: Eine totale Kontrolle über alles ist unmöglich. Wir steigen in einen Bus und setzen stillschweigend voraus, dass der Fahrer nicht betrunken ist. Wir kaufen verpackte Lebensmittel und glauben, dass auch darin ist, was darauf steht.

Unsicher und irritiert werden wir erst, wenn das Vertrauen enttäuscht wird. Durch schmerzhafte Erfahrungen lernen wir, wem wir vertrauen können und wem nicht. Freundschaft zum Beispiel entsteht durch Vertrauen auf Vorschuss. Kaum jemand wird zum Anderen sagen: „Wenn du folgende drei Bedingungen erfüllst, bist du mein Freund.“ Wir vertrauen und handeln im Vertrauen. Wir öffnen vorsichtig unser Herz und freuen uns, wenn unsere Offenheit nicht missbraucht wird. Und wenn unser Vertrauen bestätigt wird, vertieft sich die Freundschaft.

So ist es auch mit dem „Gottvertrauen durch Christus“, dem Kern des Glaubens in drei Worten. Es entsteht und wächst, wenn wir wagen, Gott kennenzulernen und ihm mehr zuzutrauen. Glauben an Gott heißt, sich ihm anzuvertrauen und nicht nur, gewisse Glaubenssätze für wahr zu halten. Jesus bürgt für die Zuverlässigkeit seines Wortes mit seinem ganzen Sein.

Die verschiedenen Bitten des Vaterunsers kann im Grunde nur der aussprechen, der Gott vertraut. Die ersten drei Bitten richten sich auf die Ehre Gottes. Wem die eigene Ehre wichtiger ist als die Ehre Gottes, der kann kaum um die Heiligung des Namens Gottes beten. Es wird ihm mehr um das eigene „Reich“ und weniger um das Reich Gottes gehen, vom Erfüllen des Willens Gottes im eigenen Leben ganz zu schweigen.

Jesus lebte auf Erden in einem unerschütterlichen Vertrauen zu seinem Vater. Das änderte sich auch nicht am Kreuz, wie seine Worte „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände“ (Lk 23,46) zeigen.
Kontrolle gibt Sicherheit auf Zeit, Vertrauen zu Gott aber macht Mut zu einem befreiten Leben, das bis in die Ewigkeit reicht.

Meta Dedio


© Advent-Verlag Lüneburg


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