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23+24/2013
 

[Der erste Engel] rief mit lauter Stimme: „... Betet ihn an, der den Himmel, die Erde, das Meer und die Quellen geschaffen hat.“

Offenbarung 14,7 (Gute Nachricht Bibel)

Die Vorstellung von einem Schöpfergott betrachten viele Menschen als überholt. Hält jemand an den Aussagen des biblischen Schöpfungsberichtes fest, wird er heutzutage mitleidig belächelt oder gar als Fundamentalist abgestempelt. Auch viele Christen sehen den biblischen Bericht über die Anfänge des Lebens auf der Erde als durch die Wissenschaft widerlegt an. Sie meinen, er sei nur Niederschlag von Vorstellungen aus alter Zeit und wissenschaftlich unhaltbar.

Nach unserem heutigen Andachtswort ergeht in der letzten Zeit vor der Wiederkunft Christi die Aufforderung an die Menschheit, sich auf den zu besinnen, der die Welt und uns Menschen geschaffen hat, und ihn deshalb anzubeten.

Den Schöpfer anzubeten, das ist viel mehr als nur ein Festhalten oder Verteidigen der biblischen Aussagen über die Schöpfung. Selbst mit den besten Argumenten ist niemand in der Lage, Schöpfung oder Evolution wissenschaftlich zu begründen, genausowenig wie man die Existenz beziehungsweise Nichtexistenz Gottes beweisen kann. Im Hebräerbrief heißt es: „Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, sodass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.“ (11,3)

Nur durch den Glauben sind wir in der Lage, den Schöpfungsbericht der Bibel als eine zuverlässige Offenbarung Gottes anzuerkennen. Deshalb fordert die Bibel nicht dazu auf, nach Argumenten für die Schöpfung zu suchen, sondern den Schöpfer anzubeten. Das zeigt sich in einer Lebenshaltung, die davon geprägt ist, dass ich mich als Geschöpf Gottes weiß und es hat zur Folge, dass ich mein Leben im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und der uns anvertrauten Schöpfung führe. Dass ich den Schöpfer anbete, zeigt sich auch darin, dass ich ihm vertraue, seine Gebote ernst nehme und halte und seiner Führung auch dann folge, wenn ich sein Handeln nicht verstehe.

Wer Gott als seinen Schöpfer anbetet, erlangt eine gesunde Haltung, weil er sich von Gott gewollt und geliebt weiß. Dadurch ist er wiederum fähig, seine Mitmenschen ebenfalls als Geschöpfe Gottes zu achten und zu lieben, unabhängig von ihrer Hautfarbe oder Religion.

Manfred Böttcher


© Advent-Verlag Lüneburg


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