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04/2013
 

Aber was sich keiner verdienen kann, schenkt Gott in seiner Güte: Er nimmt uns an, weil Jesus Christus uns erlöst hat.

Römer 3,24 (Hoffnung für alle)

Manche Menschen, besonders Kinder und junge Leute, quälen sich mit der Frage herum, ob ihr Vater wirklich ihr leiblicher Vater ist. Sollte man nicht Haare aus Vaters Kamm entwenden - für einen DNS-Test? Im Fernsehen werden dazu manchmal tragische Schicksale gezeigt.

Ähnliche Unsicherheit mögen viele verspüren bei der Frage, ob sie sich als Kinder Gottes sehen dürfen. „Sind Sie Christ?“ Kaum eine andere Frage löst so viel Unbehagen aus wie diese. Oft höre ich dann als Antwort: „evangelisch“ oder: „katholisch“. Das soll wohl abwiegeln, denn es besagt zumeist: „Glauben kann ich zwar nicht so richtig, aber immerhin gehöre ich zu einer Kirche.“ Frage ich dann, was sie unsicher macht, wird oft gesagt: „Ich versuche, Christ zu sein, aber ich mache noch so viele Fehler.“

Richtig, wir sollen als Christen auch Vorbilder sein. Falsch wäre jedoch die Annahme, wir könnten uns mit einer guten Moral zu Christen qualifizieren. Wer krampfhaft versucht, ein guter Christ zu sein, disqualifiziert sich völlig, denn jeder merkt: Das ist nicht echt. „Nowbody is perfect.“

Christen sind im Allgemeinen „nicht besser als andere Menschen, sie sind nur besser dran“, lautet ein geflügeltes Wort. Unser Andachtswort erklärt, dass Gott denen ein verändertes Leben anbietet und eine neue Ausrichtung gibt, die durch Christus erlöst sind. Wer die Erlösung persönlich angenommen und sich mit ihm verbündet hat, wer „wiedergeboren“ ist (1 Ptr 1,3), an dessen Leben wird man nach und nach ein positives Wachstum erkennen. Diese lebenslange Veränderung nennt die Bibel „Heiligung“ (Hbr 12,14). Aber es wäre ein verhängnisvolles Missverständnis und entspräche einer falschen Gottesvorstellung, wollte man sie zu einer Voraussetzung machen, um von Gott angenommen zu werden.

Was steht nun am Anfang eines neuen Lebens mit Gott? Johannes antwortete klipp und klar: „All denen aber, die ihn [Jesus Christus] aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden. Sie wurden dies weder durch ihre Abstammung noch durch menschliches Bemühen oder Absicht, sondern dieses neue Leben kommt von Gott.“ (Joh 1,12.13 NLB) Welch ein wunderbares Vorrecht!

Albrecht Höschele


© Advent-Verlag Lüneburg


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