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52/2012
 

Sie gingen in das Haus, wo sie das Kind mit seiner Mutter Maria fanden, knieten vor ihm nieder und beteten es an. Dann packten sie ihre Schätze aus und beschenkten das Kind mit Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Matthäus 2,11 (Hoffnung für alle)

Wieder feiern die Menschen Weihnachten – Geschenke und Rummel wie eh und je. In einem Gedicht heißt es dazu: „... ganz am Rande – Gottes Sohn.“ Nicht nur aus diesem Grund haben etliche Christen mit dem kommerziellen Weihnachtstreiben ein Problem. Doch ungeachtet der Art, wie Weihnachten heute gefeiert wird – Gott hat uns mit der Menschwerdung seines Sohnes das schönste Geschenk gemacht, das wir jemals bekommen haben.

Im Andachtstext ist von Sternforschern aus dem Orient die Rede. Sie waren gekommen, weil sie das Königskind in Jerusalem huldigen wollten. Doch das war die falsche Adresse. In Bethlehem fanden sie schließlich den Gottessohn in einem Stall. Die ärmlichen Umstände scheinen sie nicht beirrt zu haben, denn sie fielen vor dem Kind nieder und beteten es an. Zum Zeichen ihrer Verehrung hatten sie wertvolle Geschenke mitgebracht: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Warum gerade diese drei?

Gold ist das edelste, wertvollste und begehrteste Metall. Es ist in sich wertbeständig und war seit jeher ein Zeichen königlicher Würde. Weihrauch, ein wohlriechendes harzähnliches Produkt, wurde damals vor allem im Gottesdienst als Teil des Räucherwerks verwendet und war ebenfalls sehr kostbar. Das dritte Geschenk ist die eigenartigste der drei Gaben: Myrrhe, das duftende Harz des Balsamstrauchs, diente zu kosmetischen Zwecken, fand aber auch bei der Bestattung Verstorbener Verwendung. Warum in aller Welt schenkte man einem Kind Myrrhe? War es vielleicht eine Gabe in prophetischer Vorausschau, die schon damals auf den Opfertod Jesu hinwies, ohne dass die Geber es ahnten?

Paulus schrieb später im Blick auf die Bedeutung des Todes Jesu für die Gläubigen: „Denn für diese Welt seid ihr gestorben, aber Gott hat euch mit Christus bereits ewiges Leben geschenkt, auch wenn das jetzt noch verborgen ist.“ (Kol 3,3 Hfa)

„Ganz am Rande – Gottes Sohn“, wie es in dem Gedicht heißt? Nein, nicht am Rande, sondern im Mittelpunkt soll er stehen – heute ganz besonders, aber auch an jedem anderen Tag.

Albrecht Höschele


© Advent-Verlag Lüneburg


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