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49/2012
 

[Jesus sagte:] „Meine Schafe erkennen meine Stimme, ich kenne sie und sie folgen meinem Ruf.“

Johannes 10,27 (Hoffnung für alle)

Wir sind täglich von einer Geräuschkulisse umgeben. Zahlreiche Radiosender buhlen um unsere Aufmerksamkeit, Autos brummen, Flugzeuge lärmen, Menschen unterhalten sich. Zudem wird aus vielen Richtungen auf uns eingeredet: Moderatoren und Kommentatoren konfrontieren uns mit ihren neuesten Erkenntnissen und Meinungen zur Tagespolitik, Verkäufer möchten uns zum Kauf eines bestimmten Produkts überreden und die Kollegen verbreiten den neuesten Promiklatsch. Und daneben gibt es ja noch das Wichtige: das, was uns der Ehepartner, Freunde oder die Kinder mitzuteilen haben - oder die Anweisungen des Vorgesetzten. Am Wichtigsten ist es jedoch, auf die Stimme Gottes zu hören. Doch wie erkennen wir sie im Stimmengewirr unseres Lebens?

Von einem südamerikanischen Indianer, der in eine westliche Großstadt kam, wird berichtet, dass er das Zirpen einer Grille trotz des Straßenlärms heraushören konnte und das Tier auf einer Balkonpflanze entdeckte. Dieses Zirpen war ihm so vertraut, dass auch wesentlich lautere Geräusche es nicht zu übertönen vermochten.

Bei der Stimme Gottes ist es ähnlich. Gott brüllt uns ja nicht an, sondern er spricht leise zu uns: durch die Bibel, durch unser Gewissen, durch die Natur, durch Eindrücke und Gedanken, die wir von ihm bekommen, wenn wir beten - oder zuweilen durch das, was andere Menschen uns zu sagen haben.

Durch die Beschäftigung mit diesen Quellen, durch die wir die Stimme Gottes hören können, wird sie uns immer vertrauter und selbstverständlicher werden. Bibellektüre, Gebet und Nachdenken über sein Wort schärfen unsere Sinne für sein Wirken. Unterscheidungen zwischen seiner Stimme und anderen Stimmen werden uns so mit der Zeit immer besser gelingen.

Wenn die Wege zweier Schafherden sich kreuzen, entsteht für kurze Zeit ein vermeintliches Durcheinander. Beide Herden vermischen sich und lassen sich optisch nicht mehr voneinander unterscheiden. Aber wenn die Hirten rufen, trennen sich beide Herden wieder und jedes Schaf folgt dem Hirten, den es kennt.

Ich wünsche dir und mir, dass uns auch heute gelingt, die Stimme des Hirten Jesus wahrzunehmen und ihr zu folgen.

Thomas Lobitz


© Advent-Verlag Lüneburg


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