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42/2012
 

Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen.

Psalm 50,15

Die erste Seite unseres örtlichen Telefonbuches ist fünf Notrufnummern vorbehalten. Ganz oben bietet der Abfluss-Notdienst seine Hilfe an. Als letzte Nummer steht die 112 in rotem Feld für den Rettungsdienst. Ein Anruf genügt, um Notarzt, Rettungswagen und bei Bedarf die Feuerwehr sofort in Bewegung zu setzen. Dank dieser Notrufeinrichtung konnte vielen Menschen in unserem Land nachhaltig geholfen werden. Etlichen wurde dadurch sogar das Leben gerettet. Für dieses großartige Hilfsangebot sollten nicht nur Betroffene danken, denn vielleicht brauche ich auch schon morgen diesen Notdienst.

Lange bevor Menschen die Idee hatten, Notrufe einzurichten, installierte Gott ein „rotes Telefon“ für alle Fälle. Er wirbt dafür mit dem Satz: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten.“ Der große Vorteil der göttlichen Einrichtung liegt darin, dass sie von jedem Punkt des Universums ohne technische Hilfsmittel funktioniert. Es gibt weltweit unzählige Menschen, die in der Vergangenheit von diesem Angebot Gebrauch gemacht haben und eindrucksvoll bezeugen, wie ihnen Gott geholfen hat. Viele kenne ich persönlich und selbst habe ich damit auch schon beste Erfahrungen gemacht.

Wie kann ich den Notruf senden? Es geht kinderleicht: Der in Not geratene Mensch wendet sich mit Worten oder in Gedanken mit seinem konkreten Anliegen an Gott. Dabei ist bedeutungslos, ob der Betroffene in den letzten fünf Jahren treu für seine Kirche oder für einen Wohlfahrtsverband gespendet hat. Selbst Menschen, die bis dahin nichts mit Gott im Sinn hatten, werden von ihm nicht abgewiesen.

In unseren Breiten wird eher selten auf den göttlichen Notruf zurückgegriffen, da es zahllose andere Hilfsangebote gibt. Aber keiner ist vor Lebenslagen gefeit, die ihm klarmachen, dass er mit seinem Latein am Ende ist. Manchmal überfallen uns solche Lebenssituationen schneller als wir denken. Erinnern wir uns dann an Gottes Angebot. Natürlich wäre es viel besser, wenn wir ihn nicht zum „Notnagel“ degradieren, sondern schon in guten Tagen ihn ehren und preisen und mit ihm über alles reden würden, was uns bewegt.

Wilfried Krause


© Advent-Verlag Lüneburg


28/2015 | 03/2013