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35/2012
 

Kommt, lasst uns dem Herrn zujubeln! Wir wollen ihn laut preisen, ihn, unsern mächtigen Retter. Lasst uns dankbar zu ihm kommen und ihn mit fröhlichen Liedern besingen!

Psalm 95,1.2 (Hoffnung für alle)

Einem begeisterten Aufruf kann man sich nur schwer entziehen, schon gar nicht, wenn es um einen festlichen Anlass geht. Hier wird allerdings nicht für ein Open-Air-Konzert geworben, eingeladen wird zu einem Gottesdienst!

Der Ablauf, die Grundstimmung und das Thema werden zusammen mit der Einladung bekanntgegeben: Es gibt ein Rahmenprogramm, das aus lautem Lobpreis und fröhlichen Liedern besteht, die in einer Grundstimmung tiefer Dankbarkeit dargeboten werden. Das Thema ist ein Rettungserlebnis, das nicht irgendein Mensch bewirkt hat, sondern für das sich der gewaltige Gott, ein großer König, persönlich eingesetzt hat.

Nach dem lauten Jubel und den fröhlichen Liedern wird jetzt zur stillen Anbetung aufgerufen: „Kommt, wir wollen ihn anbeten und uns vor ihm beugen; lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer." (Ps 95,6 Hfa) Und beim Niederbeugen und Nachsinnen über die Größe Gottes eröffnet sich ein neuer, beglückender Gedanke: Der ferne, im Himmel wohnende Gott ist für uns da, er ist zu uns gekommen: „Denn er ist unser Gott, und wir sind sein Volk. Er kümmert sich um uns wie ein Hirte, der seine Herde auf die Weide führt." (V. 7 Hfa) Kein Wunder, dass der Psalmdichter diese Tatsache öffentlich bekanntmachen will, dass ein Gott da ist, der unsere Bedürfnisse kennt und sich um uns kümmert.

Könnte es sein, dass er damit zugleich unserem Gottesdienst heute modellhaft eine Vorlage gegeben hat? Zuerst das fröhliche Gotteslob, die dankbare und erwartungsvolle Grundstimmung der Gemeinde, die sich auf die Begegnung mit dem gewaltigen Gott und großen König freut. Und dann das Stille werden, das Hinhören auf das Wort Gottes, das uns gilt in unserer ganz persönlichen Lebenssituation, uns Mut machen und Kraft schenken will für den Alltag.

So hat es sich Gott wohl gedacht, als er den Sabbat als Höhepunkt der Woche schenkte, als ein Gemeinschaftserlebnis, ein Innehalten und Nachdenken über seine Führung in unserem Leben. Eine Einladung zu solch einem Gottesdienst verdient es, weitergegeben zu werden: „Lasst uns dankbar zu ihm kommen und ihn mit fröhlichen Liedern besingen!"

Johannes Fiedler


© Advent-Verlag Lüneburg


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