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34/2012
 

Ich bin der Herr, dein Arzt.

2. Mose 15,26

In unserer Bevölkerung gibt es viele „Workaholics“. Leicht geraten Menschen an Grenzen, wo man nur noch Arbeit als oberste Priorität empfindet und davon immer abhängiger wird - zu Lasten der Ehe, der Familie, anderer sozialer Kontakte und der eigenen Gesundheit. Man muss zwar heutzutage viel tun, um seine Arbeit zu erhalten, aber sollte es derart übertrieben werden? Gottes Gebot ordnet sogar eine wöchentliche Ruhezeit an (2 Mo 20,9.10)! Auf dem Sabbat liegt nach meiner Erfahrung - und ich hoffe auch nach deiner - ein besonderer Segen.

Es gibt noch weitere biblische Tipps zur Gesundheit. „Was ihr auch esst oder trinkt, alles soll zur Ehre Gottes geschehen“ (1 Kor 10,31 Hfa), indem wir die biblischen Richtlinien dazu beachten und uns medizinische Erkenntnisse zunutze machen. Unser Körper soll doch „ein Tempel des Heiligen Geistes“ sein (1 Kor 6,19). Daher müssen wir mit Gottes Hilfe steuern, was wir in uns aufnehmen. Das gilt auch für Eindrücke durch Worte, Bilder und Musik (vgl. Phil 4,8). Wir müssen eine rechte Balance zwischen Arbeit und Erholung, Bewegung und Ruhe, Wachen und Schlafen, Geben und Nehmen herstellen. Und Nächstenliebe und soziales Engagement für Menschen in Not machen uns zufriedener und widerstandsfähiger (siehe Jes 58,7.8).

Falls wir dennoch zuweilen krank werden, sollten wir auch an den großen Arzt im Himmel denken. Wenn uns eigene Fehler und Sünden bewusst werden und belasten, können wir ihn um Vergebung bitten, um innere Befreiung zu erleben.

Jesus war ein Arzt für Leib und Seele, wie die Evangelien berichten. Oft hat er auf wundersame Weise Menschen gesund gemacht. Auch heute tut er das gelegentlich. Daher die Empfehlung des Jakobus, im Krankheitsfall „die Ältesten der Gemeinde“ zu rufen, dass sie über dem Kranken „beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn“ (Jak 5,14-16). Ich konnte selbst erleben, wie Menschen nach einer Krankensalbung gesund wurden oder im inneren Frieden mit Gott und der Welt ihr Leben friedlich beenden konnten.

Der christliche Glaube schließt zwar keine Versicherung gegen Krankheiten ein, denn auch gesundheitsbewusste Christen werden krank. Doch sie können ihr Leben jenem anvertrauen, der sagt: „Ich bin der HERR, dein Arzt.“ Nicht immer wird er sie sofort heilen, aber er wird ihre Freude auf jenes Leben festigen, in dem es keine Krankheiten, keinen Schmerz und kein Leid mehr geben wird (Offb 21,4).

Albrecht Höschele

© Advent-Verlag Lüneburg


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