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32/2012
 

Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden.

Römer 12,15

Wie gut tut es uns, wenn wir Menschen haben, die mit uns mitfühlen - die beispielsweise mit uns mitleiden, wenn wir unter etwas leiden. Es tut einfach gut, wenn jemand bei uns ist, der uns versteht, der gut zuhört, mitfühlt, der sich aber auch mit uns freut, wenn wir uns freuen. Aber das ist keineswegs selbstverständlich. Manche Menschen interessieren sich einfach nicht für uns, und andere sind mit ihren eigenen Problemen oder Freuden so beschäftigt, dass sie nicht mit uns mitfühlen können. Aber es gibt auch die, die mitfühlen.
In der Apostelgeschichte wird berichtet, dass der Apostel Petrus von Christen aus einem 20 Kilometer entfernten Ort extra geholt wurde (zu Fuß!), weil die gläubige Tabita gestorben war. Sie hatte den Frauen in Joppe viele Kleider hergestellt (Apg 9,36-38). Ich bewundere den Mut dieser Christen. Sie liefen 20 Kilometer, damit vielleicht eine Tote ins Leben zurückgerufen wurde! Tot ist tot, da hilft nichts mehr, denken wir. Oder vielleicht doch?

War die Armut der Leute in Joppe so groß, dass sie Petrus unbedingt holen mussten, damit Gott die Tabita wieder lebendig machen sollte? Sonst hätten sich die Frauen dort wahrscheinlich ihrer zerschlissenen Kleider geschämt. Mich rührt es, wie die Frauen über Tabita trauerten und was sie Gutes über sie berichteten (V. 39b). Sie schämten sich nicht ihrer Tränen. Auch wir sollten uns unserer Tränen nicht schämen, wenn wir mitweinen, wenn wir wirklich Anteil nehmen am Leid unserer Mitmenschen und es uns berührt.

Mich begeistert aber auch die Freude all derer, die das Wunder der Totenauferweckung durch Petrus erlebt haben (V. 40.41). Sie konnten gar nicht anders, als es den Bewohnern von Joppe zu erzählen. Lukas berichtet, dass dieses Ereignis in der ganzen Stadt bekannt wurde und viele Einwohner zum Glauben an Jesus Christus kamen (V. 42). Lassen wir uns unsere Freude und unsere Begeisterung nicht nehmen, auch wenn manche diese vielleicht nicht teilen.

Anteilnehmen an den Freuden und Leiden unseres Nächsten - das tut auch uns selbst gut nach dem Motto: „Geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude.“ Wenn jemand mit leidet, ist es uns gleich leichter ums Herz; und wenn sich jemand mitfreut, dann lachen zwei!
Nehmen wir doch Anteil an unserem Nächsten! Ob Lachen oder Weinen: Wir brauchen einander!

Matthias Gansewendt

© Advent-Verlag Lüneburg


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