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20/2012
 

[Jesus sagte:] „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz Moses und die Weisungen der Propheten außer Kraft zu setzen. Ich bin nicht gekommen, um sie außer Kraft zu setzen, sondern um sie zu erfüllen und ihnen volle Geltung zu verschaffen. Ich versichere euch: Solange Himmel und Erde bestehen, wird kein i-Punkt und kein Komma im Gesetz gestrichen.“

Matthäus 5,17.18a (Gute Nachricht Bibel)

Immer wieder werden neue Gesetze beschlossen. Meist treten sie zu Beginn eines neuen Jahres in Kraft, aber das erfolgt auch zwischendurch. Anlass dazu sind entweder aktuelle Ereignisse oder Entwicklungen in der Gesellschaft. Das geltende Recht wird damit erweitert, ergänzt oder einer neuen Situation angepasst.

Auch in der Bibel finden wir Verordnungen, die nur zeitlich begrenzt gültig waren, wie zum Beispiel die Opfergesetze im Alten Testament. Mit dem Tod Jesu am Kreuz haben sie ihre Bedeutung verloren, da sie Hinweise auf den kommenden Erlöser waren.
In Matthäus 5 sprach Jesus jedoch von einem anderen Gesetz. Das existierte bereits seit Beginn der Menschheitsgeschichte. Damit es jedoch nicht vergessen wurde, schrieb es Gott selbst auf zwei Steintafeln. Es sind die Zehn Gebote, auch Sittengesetz genannt. Sie bilden die Grundlage der Beziehungen der Menschen zu Gott und untereinander.

Zur Zeit Jesu hatten die Juden die Gebote durch viele Zusätze zu einem bedrückenden Regelwerk gemacht, dass niemand wirklich einhalten konnte. Jesus war gekommen, um Gottes Gesetz wieder den richtigen Platz im Leben des Menschen zu geben. Er erweiterte und vertiefte den Inhalt sogar und zeigte damit, dass die formale Einhaltung von Geboten nicht genügt. Es kommt darauf an, ihren Sinn zu verstehen und danach zu handeln.

An einem Beispiel möchte ich das verdeutlichen. In einem Park stand ein Schild mit folgender Aufschrift: „Anständige Menschen werfen keinen Abfall auf Wege und Rasen; den anderen ist es verboten!“ Wer nichts achtlos irgendwo wegwirft, den betrifft dieses Verbot nicht, obwohl es existiert. So ist es auch mit den Geboten Gottes. Wer sie aus Überzeugung beachtet, sieht darin keine Einschränkung seiner persönlichen Freiheit. Wenn wir unser Leben freiwillig nach Gottes Ordnungen gestalten, werden wir vor manchem Irrweg und Schaden bewahrt.
Wir haben heute wieder die Wahl. Jesus hilft uns durch seinen Geist, die richtige Entscheidung zu treffen.

Günter Schlicke



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