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13/2012
 

Nun spricht der Herr, der dich geschaffen hat ... „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen: du bist mein."

Jesaja 43,1

Im Alltagsleben können wir Belohnung in der Regel erst nach erbrachten Leistungen erwarteten. Bei Gott ist das anders. Zwar stoßen wir in der Bibel häufig auf Aufforderungen, aber ihnen gehen stets Gottes Taten oder Zusagen voraus. Theologisch sagt man: Der Indikativ, d. h. das, was Gott für uns tut, steht vor dem Imperativ, den Aufforderungen, die Gott an uns stellt. Dadurch will er uns zu einem Leben mit ihm ermutigen.

Das Andachtswort aus dem Buch Jesaja, einst an das Volk Israel gerichtet, sollte ihm seinerzeit Zuspruch sein, noch ehe es aus eigenem Verschulden in die angedrohte Gefangenschaft in Babylon geriet. Doch dieser Zuspruch gilt genauso für den Glaubensweg der Gemeinde heute.
Auch wenn wir Jesus vertrauen und folgen, hat er nicht versprochen, dass uns Drangsal und Nöte erspart bleiben, sei es durch Verluste, Arbeitslosigkeit, schwere Krankheit, Siechtum im Alter oder durch den Tod, der noch ein Feind in dieser Welt bleibt. Darum ist es töricht zu versuchen, Probleme oder Schwierigkeiten kleinzureden. Doch wir wissen auch, dass Christus „die Welt überwunden" hat (Joh 16,33) und mächtiger ist als alle Not, die über uns kommen könnte. Im Vertrauen auf ihn können seine Nachfolger den Bedrängnissen entgegentreten. Das begründet das Andachtswort mit dem Zuspruch: „Ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein."

Israel erfuhr das einst, indem ein mächtiges Weltreich unterging, damit Gottes Volk befreit werden und zurückkehren konnte. Noch mehr hat Gott jedoch für seine Gemeinde gezahlt: Er hat sie durch das Blut seines Sohnes „erlöst", d. h. für ein Lösegeld erkauft. Warum war Gott dieser Preis nicht zu hoch? Nicht, weil wir besser als andere sind oder besondere Vorzüge aufweisen. Es geschah allein, weil er uns liebt. Ungeachtet aller Mängel blickt Gott liebevoll auf seine Gemeinde.

Die Offenbarung sagt von den „Überwindern", dass sie den Namen Gottes an ihren Stirnen tragen (Offb 3,12). Sie sind sein Eigentum. Wir sind kein Sandkorn am Meeresstrand. Keine Macht der Welt kann diejenigen, die zu Christus gehören, aus Gottes Hand reißen, versicherte Jesus (Joh 10,28.29). Gottes Verheißung „Ich bin mit dir" gilt nicht nur bis an den Rand der Not. Bis zuletzt will er inmitten aller Nöte bei uns sein.

Manfred Böttcher



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