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50/2010
 

Ein guter Mensch hilft mit überlegten Antworten; der Unheilstifter sprudelt über von unheilvollen Reden.

Sprüche 15,28

Wer hat am Ende einer Woche wohl mehr gelernt auf dem Weg zur Weisheit und Wahrhaftigkeit: Jemand, der seine Worte sorgfältig und bedächtig wählt, oder einer, der immer sofort ausspricht, was er denkt? Nach den Aussagen der Bibel, vor allem im Buch der Sprüche, eher die Person, die zuerst in Ruhe nachdenkt und ihre Worte klug und besonnen wählt.

Die Weisheiten in den Sprüchen zeigen mir, dass ich nicht an jedem Gespräch teilnehmen muss. Ich brauche auch nicht jeden Gedanken, der mir in den Sinn kommt, (sofort) aussprechen. Im Gegenteil: Wir sollten immer gut überlegen, was und auch wie wir etwas sagen! Wenn sich Gedanken und Ideen in unserem Gehirn bilden, sollten wir unser Redebedürfnis erst einmal stoppen und uns fragen: „Ist mein Beitrag an dieser Stelle nötig und hilft er anderen weiter?“ Wenn es keinem nützt, warum dann noch einen weiteren Gedanken daran verschwenden, geschweige denn noch darüber reden?

Wie viele negative oder verletzende Worte hätten wir uns sparen können, wenn wir uns mehr Zeit dafür genommen hätten, zuerst nachzudenken und dann zu reden! Und manchmal hätten wir lieber schweigen sollen. Warum meinen wir so häufg und viel zu schnell, unsere Gedanken aussprechen zu sollen? Dabei erhöht sich auch das Risiko, uns verbal ins Abseits zu reden.

Und noch einige Fragen, die wir uns stellen sollten, bevor wir losreden: „Ist das, was ich sage, wirklich fundiert? Beruht es auf verlässlichen Tatsachen oder auf Vermutungen? Ist es meine durchdachte Meinung oder plappere ich nur etwas nach, was ich irgendwo gehört oder gelesen habe?“

Jesus berührte den Kern des ganzen Themas mit dem Satz: „Denn wovon das Herz erfüllt ist, das spricht der Mund aus!“ (Lk 6,45b Hfa) Wir müssen uns also vor allem fragen. Was erfüllt unser Denken? Womit füllen wir es? Paulus hatte dazu einen guten Rat: „Richtet eure Gedanken auf das, was ... als rechtschaffen, ehrbar und gerecht gilt, was rein, liebenswert und ansprechend ist, auf alles, was Tugend heißt und Lob verdient.“ (Phil 4,8) Und jeden Tag sollten wir mindestens einmal zur Ruhe kommen, Gott zu uns reden lassen, auf seine Worte hören und uns von ihm mit guten und heilbringenden Gedanken füllen lassen. Die können wir dann auch ohne Sorge äußern.

Annalena Baumgarten


42/2010 | 47/2009