You are here: Andacht der Woche  

49/2010
 

Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen, zu säen und Brot, zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.

Jesaja 55,10.11

Welch einem Schwall von Worten sind wir doch tagtäglich ausgesetzt! Wir lassen sie nicht mehr an uns heran, weil wir sie kaum noch verarbeiten können. „Genug der Worte“, sagen wir. „Ich brauche einmal Ruhe.“

Minderwertigem Ohr und Herz zu verschließen ist nützlich und geboten. Vorsicht ist angesagt. Selbst in Sachen des Glaubens gibt es genug Menschen, die uns etwas aufschwatzen wollen.

Doch man muss aufpassen, dass man sich nicht aus Prinzip ablehnend verhält und sich damit auch dem hilfreichen Wort verschließt. Denn es gab und gibt Menschen, die zu uns im Auftrag Gottes reden.

Der Prophet Jesaja gehörte dazu. Er rief damals das Volk auf, Gott zu suchen, sich von den eigenen, falschen Gedanken und Wegen abzuwenden und sich zu Gott zu bekehren (Jes 55,6.7).

Die Aufforderung zur Bekehrung zu Gott ist immer mit seiner Zusage der Vergebung verbunden (V. 7b). Somit wirbt Gott darum, dass wir ihm Vertrauen schenken. Sein Wort steckt voller Verheißungen.

Die Pläne und Lebensentwürfe vieler Menschen stimmen grundsätzlich nicht mit dem Willen Gottes überein. Sie bewegen sich in irgendwelchen Gottesideen, vertrauen der eigenen Einsicht, verlieren sich in Stimmungen und Gefühlen oder wollen Opfer bringen und verlassen sich auf sittliche Leistungen.

Gott sagt: „Wie der Himmel die Erde überragt, so sind auch meine Wege viel höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ (V. 9 Hfa) Gottes Gedanken und Wege sind nicht nur anders als unsere, sie sind uns manchmal sogar ärgerlich. Da sie aber alle unsere Möglichkeiten himmelhoch übertreffen, eröffnen sie Chancen, die sonst verborgen bleiben.

Gott schafft Wachstum und neues Leben. Gottes Worte sind kein leeres Gerede. Sie sind wie Brotnahrung, die satt macht, aber vorher gut durchgekaut werden muss, damit sie uns nützt.

Möge Gott uns immer die nötige Weisheit schenken, zwischen den vielen Menschenworten und dem guten Wort von ihm zu unterscheiden!

Josef Butscher



© Advent-Verlag Lüneburg


41/2010 | 46/2009