You are here: Andacht der Woche  

47/2010
 

Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe. Und das sollt ihr wissen: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.

Matthäus 28,20 (Gute Nachricht Bibel)

„You’ll never walk alone“ (Du wirst niemals allein gehen) lautet die wohl meistgesungene Fanhymne der Welt. Einst geschrieben für das Broadwaymusical „Carousel“, ist sie heute die Fußballhymne schlechthin. Tausende von Menschen in den Fußballstadien der Welt halten ihre Schals hoch, singen sie laut und bekennen sich damit zu ihrem Verein. Dieses Lied macht Mut, weiterzugehen und die Hoffnung nicht aufzugeben. Die feste Zusage „Du bist nicht allein!“ gibt einem Halt und Kraft auch in schwierigen Situationen.

Wir alle sind und bleiben in unserem Leben unterwegs bis zum letzten Tag. Wir erleben Höhen und Tiefen. Aber wir sind nicht allein. Wir dürfen Nähe, Vertrautheit und Gemeinschaft erfahren. Da sind zum Beispiel Eltern, Geschwister, ein Partner, die Familie, Kollegen, Freunde und nicht zuletzt die Schwestern und Brüder in der Gemeinde. Menschen

begleiten unseren Weg und vor allem hat Jesus zugesagt, dass er mit uns geht.

Die Zusage „Du bist nicht allein!“ ist so alt wie die Geschichte der Menschheit. Es ist die Zusage, die uns in verschiedenen Formulierungen am häufgsten in der Bibel begegnet, eine Art Urversprechen Gottes.

Im Alten Testament lesen wir von der Begegnung Moses mit Gott am brennenden Dornbusch. Als Mose fragte, was er sagen solle, wer ihn geschickt habe, antwortete Gott mit den rätselhaften Worten: „Ich bin, der ich bin.“ (2 Mo 3,14 EB). Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber übersetzte sie mit: „Ich bin für euch da!“

„Ich bin für euch da!“ – so verstehe ich auch die Worte Jesu: „Ich bin bei euch.“ Darin zeigt sich Gottes Liebe zu uns. Gott verlässt uns nicht, auf ihn können wir vertrauen, seine Liebe und die Gemeinschaft mit ihm kann uns keiner nehmen. In diesem Wissen wollen wir auch den heutigen Tag aus seiner Hand nehmen.
Jesu Zusage, „Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20 GNB), hilft uns auch, unseren Auftrag zur Verbreitung des Evangeliums mit allen Spannungen zwischen Anspruch und Wirklichkeit, Hoffnung und Angst, Glaube und Verzagen anzupacken. Unter dem Zuspruch Jesu können wir vorangehen, damit die Menschen von Jesus erfahren – auf dem Weg des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.

Thomas Marschner



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