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31/2010
 

Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen. Unser Herr ist groß und von großer Kraft, und unbegreiflich ist, wie er regiert.

Psalm 147,4.5

Die Milchstraße, zu der unser Sonnensystem gehört, besteht aus geschätzten 200 Milliarden einzelner Sterne. Es gibt noch weitere 100 Millionen Galaxien mit wahrscheinlich ähnlich vielen Sternen. Bis heute weiß kein Astronom, wie viele Sterne es tatsächlich gibt.

„Gott nennt sie alle mit Namen.“ So steht es in den Psalmen. Wir können uns das nicht vorstellen. Wir lesen in der Bibel auch, dass Gott einzelne Menschen mit Namen gerufen hat. Kann er sich wirklich um jeden einzelnen kümmern? Auch das erscheint uns unglaublich. Dabei ist die Zahl der Menschen auf der Erde gering im Vergleich zu den Sternen. Was sind etwa sieben Milliarden Menschen angesichts von 200 Milliarden Sternen nur in der Milchstraße?

„Jetzt aber sagt der Herr, der dich ins Leben gerufen hat, Volk Israel, du Nachkommenschaft Jakobs: ,Fürchte dich nicht, ich habe dich befreit! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst mir!‘ (Jes 43,1 GNB) Dieses Versprechen Gottes galt dem von Gott erwählten Volk. Warum hat er es erwählt? Die Antwort steht in 5. Mose 7,7.8: „Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern –, sondern weil er euch geliebt hat.“ Wenn wir lesen, wie oft Israel Gott untreu geworden ist, erscheint es erstaunlich, dass Gott es immer wieder als sein Volk angenommen hat.

Auch Einzelne, die Gott berief, waren nicht ohne Fehler. Abraham musste sich, als er wegen einer Hungersnot nach Ägypten gezogen war, vom ägyptischen Herrscher tadeln lassen, weil er seine Frau als seine Schwester ausgegeben hatte (1 Mo 12,18.19). Später, als sich der verheißene Sohn nicht einstellen wollte, gab ihm seine Frau Sara ihre Magd zur Nebenfrau, damit durch sie der versprochene Sohn geboren werden sollte. Das waren menschliche Wege, die wir gut begreifen können.

Wenn die Bibel ein menschliches Buch wäre, hätte man diese Fehler der „Glaubenshelden“ mit Sicherheit verschwiegen. Gott baut sein Reich auch und gerade mit fehlerhaften Menschen – damals und heute.

Gott kennt alle mit Namen und achtet auf jeden von uns, weil er uns unendlich liebt. Auf ihn können wir uns verlassen und ihm von Herzen vertrauen.

Günter Lentzsch



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