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13/2010
 

Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen. Er kam, um zu dienen und sein Leben hinzugeben, damit viele Menschen aus der Gewalt des Bösen befreit werden.

Matthäus 20,28 (Hoffnung für alle)

Die Christenheit beginnt mit Karfreitag die Erinnerung an die Kreuzigung Jesu auf Golgatha.

Im Konzentrationslager in Auschwitz-Birkenau wurden zehn Lagerinsassen als Vergeltung für die vermutete Flucht eines anderen Häftlings - den man später tot auffand - zum Tod im Hungerbunker ausgewählt. Unter ihnen war ein junger Pole namens Franz Gajowniczek, der in lautes Wehklagen ausbrach. Da trat ein elfter Mann vor den Kommandanten: „Ich bin Maximilian Kolbe, ich bitte Sie, lassen sie mich für Franz, der eine Frau und zwei Söhne zu Hause hat, in den Bunker gehen!“ Die Gestapo hatte Kolbe verhaftet, weil er Juden und anderen Zuflucht gewährte. Der Lagerleiter stimmte zu. Die Ausgewählten sollten ohne Wasser und Nahrung sterben. Kolbe ermunterte seine Mitleidenden und sprach ihnen Mut zu. Nach zwei Wochen waren sieben gestorben. Er und zwei weitere Männer wurden am 14. August 1941 mit einer Giftspritze ermordet. Franz Gajowniczek wurde durch Kolbes Opfer gerettet. Er überlebte das KZ und starb 1995.

Vielleicht hilft uns dieses Beispiel zu erahnen, wie unvergleichlich groß das Opfer Jesu ist, der als „Gottes Lamm“ die Schuld aller Menschen trug (Joh 1,29). Er, der Sohn Gottes, wurde Mensch und nahm unsere Strafe auf sich, die wir verdient haben. Er kaufte uns aus der Sklaverei der Sünde frei, damit wir Vergebung erlangen können. Jesus ermöglicht den Menschen, die sein Opfer im Glauben annehmen, das ewige Leben.

Welch ein unermessliches Gnadengeschenk! Gott liebt dich und mich so sehr, dass er seinen einzigartigen Sohn in die Welt sandte, damit wir nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben (Joh 3,16). Jesus litt und starb dafür unschuldig und grausam am Kreuz.

In einem Lied heißt es: „Wenn ich vor deinem Kreuze stehe und mich in deinem Bilde sehe, erkenne ich, dass du mich liebst, denn du, Herr, bist zu mir gekommen, hast meine Schuld auf dich genommen, dass du sie mir am Kreuz vergibst.“ (Wir loben Gott, Nr. 150)

Es tut uns mit Sicherheit gut, wenn wir uns an diesem Sabbat in Ruhe und Stille die Zeit nehmen, um über dieses Opfer Jesu nachzudenken. Jeden Tag gebühren dem Vater und dem Sohn Dank dafür - nicht nur zu Ostern oder Sabbats.

Adam Schiller

© Advent-Verlag Lüneburg


05/2010 | Andacht der Woche