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12/2010
 

Als ihr getauft wurdet, seid ihr mit Christus begraben worden, und durch die Taufe seid ihr auch mit ihm zusammen auferweckt worden. Denn als ihr euch taufen ließt, habt ihr euch ja im Glauben der Macht Gottes anvertraut, der Christus vom Tod auferweckt hat.

Kolosser 2,12 (Gute Nachricht Bibel)

Ein rumänischer Häftling hat Gott verklagt. Der wegen Mordes zu 20 Jahren Haft verurteilte Mann beschuldigte Gott des Betrugs und Vertragsbruchs. Gott habe sich ihm gegenüber verpflichtet, ihn nach seiner Taufe vor dem Teufel und vor Unannehmlichkeiten im Leben zu schützen. Das habe Gott aber nicht getan. In der Anklageschrift, die der Häftling beim Gerichtshof im westrumänischen Timisoara einreichte, forderte er die Eröffnung eines Verfahrens gegen „Gott, mit dem Wohnsitz im Himmel, vertreten in Rumänien durch die Orthodoxe Kirche“. (Quelle: Spiegel Online)

Der Häftling ist einem verbreiteten Missverständnis über die Bedeutung der Taufe erlegen. Sie bedeutet zwar, dass Gott die Herrschaft in meinem Leben übernimmt, doch das geschieht nicht automatisch, wie der Apostel Paulus in dem Andachtstext erklärt. Die Taufe ist keine Zeremonie, die ein Mensch passiv über sich ergehen lässt. Wir schließen darin einen Bund mit Gott, aber das setzt die Erkenntnis voraus, dass mein Leben ohne Jesus Christus sinnlos ist.

Das Untertauchen bei der Taufe symbolisiert, dass der Getaufte ein neues Leben mit Gottes Hilfe führen möchte. Da dies in Gemeinschaft mit anderen Christen leichter ist, wird er nach der Taufe in die Gemeinde Jesu aufgenommen. Um ein Leben als Christ führen zu können, geht der Taufe eine Unterweisung in den Lehren der Bibel voraus.
Wer mit Christus leben möchte und dies durch die Taufe öffentlich bekennt, weiß daher, was richtig und falsch ist. Auch nach der Taufe kann er sich frei für das Gute oder Böse entscheiden. Gott versucht zwar durch den Heiligen Geist, ihn zu mahnen und von Dingen, die ihm schaden können, abzuhalten. Doch die Entscheidung trifft der Mensch, sodass er Gott, wenn etwas in seinem Leben schiefgelaufen ist, nicht auf die Anklagebank setzen kann.

„Wie kann Gott nur Kriege, Hunger und Verbrechen zulassen?“, wird immer wieder gefragt. Doch es sind meist die Menschen selbst, die Leid über sich bringen. Außerdem könnte Gott, der es gut mit den Menschen meint, ebenfalls klagen: „Wenn sie mich nur immer ernst nehmen und meine Gebote befolgen! Dann wird es ihnen und ihren Nachkommen stets gut gehen.“ (5 Mo 5,29 GNB)

Holger Teubert

© Advent-Verlag Lüneburg


04/2010 | Andacht der Woche