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08/2010
 

Dann sah ich einen anderen Engel hoch am Himmel fliegen. Er hatte eine Botschaft, die niemals ihre Gültigkeit verlieren wird. Die sollte er allen Bewohnern der Erde verkünden … „Fürchtet euch vor Gott und gebt ihm die Ehre! Die Zeit ist gekommen: Jetzt hält er Gericht!“

Offenbarung 14,6.7a (Gute Nachricht Bibel)

Dieser Engel, den Johannes in der Offenbarung beschrieb, soll ein Evangelium, eine „frohe Botschaft“ verkündigen. Was wäre denn eine gute Nachricht für die Kranken, die Arbeitslosen, die Armen, die Rechtlosen oder unschuldig Gefangenen? Für die Mutter, deren Sohn sich in Drogen verstrickt hat, oder für die über 40 Millionen AIDS-Kranken in dieser Welt? Für jeden wäre die gute Nachricht doch ganz anders.

Zu der guten Botschaft dieses Engels gehört die Nachricht, dass Gott nun Gericht hält. Viele verstehen diese Aussage im Sinn einer Abrechnung Gottes mit allem Bösen oder seiner Rache an den Gottlosen. Maler früherer Epochen haben, inspiriert von den Theologen ihrer Zeit, entsprechende Horrorszenarien gemalt, die wir heute in Museen sehen können.

Doch die Ankündigung, dass die Zeit des Gerichts Gottes gekommen ist, bedeutet für mich viel eher Hoffnung, Zuversicht und Trost. Endlich wird Gottes Absicht mit uns und dieser Welt durchgesetzt! Das Erlösungswerk Jesu Christi, das er vor mehr als 2000 fahren auf dieser Erde begonnen hat, wird zum Abschluss kommen. Was Jesus in der Zeit seines Wirkens auf Erden uns vorgelebt hat und was seine Nachfolger durch ihr Leben und Handeln in dieser Welt vollbracht haben, wird als Ausdruck der Liebe, der Verantwortung und der Gerechtigkeit offenbar werden. Gleichsam wie mancher dürre Baum plötzlich herrliche Blüten hervorbringt, so wird die Gerechtigkeit aufblühen und alles erfüllen (2 Ptr 3,13).

Aber noch ist es nicht ganz soweit. Was machen wir bis dahin? Verkündigen wir als Gemeinde lediglich die Botschaft und was auf uns zukommen wird? Reicht es aus, wenn wir mit Worten und Fernsehbildern warnen, dass die Welt der Wiederkunft Jesu entgegengeht?

Jesus hat sich nie damit begnügt, lediglich die gute Botschaft zu verkündigen, obwohl das seine Hauptaufgabe war (Lk 4,16). Er „verkündete die Gute Nachricht, dass Gott jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden wird. Er heilte alle Krankheiten und Leiden im Volk“ (Mt 4,23 GNB).

Auch wenn wir keinen Menschen heilen können, können wir doch durch liebevolle Taten oder gütiges Verhalten die gute Botschaft veranschaulichen und glaubhaft machen.

Erich Lischek



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