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05/2010
 

Agrippa aber sprach zu Paulus: „Es fehlt nicht viel, so wirst du mich noch überreden und einen Christen aus mir machen.“

Apostelgeschichte 26,28

Eine übervorsichtige ältere Frau aus Gera hat erst auf Drängen der Polizei ihren fünfstelligen Lottogewinn angenommen. Sie hatte auf die Gewinnbenachrichtigung nicht reagiert, weil sie annahm, veralbert oder betrogen zu werden, da es auch unseriöse Unternehmen gibt, die mit einem angeblichen Gewinn Menschen ködern wollen. Die Lotteriegesellschaft schickte deshalb einen Polizisten zu ihr. Er konnte sie schließlich überreden, den Gewinn anzunehmen.

Bei Gewinnversprechungen sollte man tatsächlich vorsichtig sein. Immer wieder bekomme ich E-Mails mit der Aufforderung, meinen Gewinn abzuholen. Dazu müsste ich nur die angehängte Datei öffnen, um weitere Informationen zu erhalten. Wenn ich das tun würde, könnte aber mein Computer durch darin enthaltene Viren zu Schaden kommen. Es gibt aber auch Gewinnbenachrichtigungen, die kein Betrug sind. Das merkte die Frau aus Gera, als sie über ihren fünfstelligen Euro-Betrag verfügen konnte.

Im Neuen Testament wird der jüdische König Herodes Agrippa II. erwähnt, der sich nicht überreden ließ, ein Geschenk anzunehmen. Der König machte mit seiner Schwester Berenike seinen Antrittsbesuch beim römischen Statthalter Festus in Cäsarea. Festus hatte von seinem Vorgänger einen Gefangenen namens Paulus übernommen, wusste jedoch nicht, was er mit ihm anfangen sollte. Er legte König Agrippa den Fall des Paulus vor und gemeinsam hörten sie sich dessen Verteidigungsrede an.

Der Apostel Paulus wandte sich besonders an den König. Er schilderte, wie er die Christen einst verfolgt hatte, dann aber vor Damaskus Jesus begegnet war. Von ihm habe er die Aufgabe erhalten, die Menschen aufzurufen, „sich Gott zuzuwenden und durch ihre Lebensführung zu zeigen, dass es ihnen mit der Umkehr ernst ist“ (Apg 26,20 GNB). Paulus sprach so überzeugend, dass der König schließlich sagte: „Es dauert nicht mehr lange und du überredest mich noch dazu, dass ich selber Christ werde!“ (V. 28 GNB) Paulus entgegnete: „Ich wünschte vor Gott, dass über kurz oder lang nicht allein du, sondern alle, die mich heute hören, das würden, was ich bin.“ (V. 29 GNB)

König Agrippa wollte jedoch das Geschenk Gottes, die Erlösung durch seinen Sohn Jesus Christus, nicht annehmen. Doch gerade dieses Geschenk sollte kein Mensch ablehnen, denn dabei handelt es sich um das, was dem Leben Sinn und ewige Dauer gibt.

Holger Teubert



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