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52/2009
 

Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Lukas 2,7

Die Rede ist von Jesus – „Ich bin ja kein Unmensch“, mag der Gastwirt zu Maria und Josef gesagt haben. „Aber so hochschwanger – ausgerechnet zu mir? Ich mag kein Weibergeschrei in der Herberge. Geht doch in den Stall! Da stehen zwar Esel und Kamele, aber der Mist dort ist warm.“ So blieb Maria und Josef nichts anderes übrig, als den Stall aufzusuchen. Als das Kind dann geboren war, legten sie es in eine Futterkrippe, damit es von den Tieren nicht totgetreten würde.

Gottes Sohn wurde zu den Tieren gewiesen. Später, als Jesus in ganz Palästina bekannt war, wird sich der Wirt mit Vorwürfen gequält haben. „Warum habe ich in jener Nacht keinen Raum frei gemacht für die Geburt Jesu?“ Damals hatte der Wirt seine Gründe. Und heute? Ist es nicht genauso?

Viele bringen eine Entschuldigung hervor, weshalb sie sich keine Zeit nehmen für Jesus, warum sie nicht Platz machen für ihn in ihrem Leben. Der Wirt hatte seine Gelegenheit verpasst. Aber Jesus ist ja nicht in diese Welt gekommen, damit wir die Gelegenheit verpassen, sondern damit wir sie ergreifen, damit wir sein Angebot annehmen: Frieden zwischen Gott und den Menschen. Weil wir das Verhältnis zu unserem Schöpfer zerbrochen haben und selber daran zerbrechen, sandte Gott seinen Sohn. Was der Welt fehlte, hat er ihr geschenkt.

Jesus kam auf diese Erde, nicht weil „die Kinder artig gewesen“ wären, nein, da müssten wir heute noch auf Jesu Geburt warten. Jesus kam, weil er uns liebt.

Ich wünsche uns die Bereitschaft, dass wir Wohnung schaffen für den Gottessohn, dass er Raum findet in unserem Herzen, in unserem Leben. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern an jedem neuen Tag.

Thomas Marschner

© Advent-Verlag Lüneburg


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