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47/2009
 

Deshalb nehmt einander auf, wie auch der Christus euch [uns] aufgenommen hat, zu Gottes Herrlichkeit! Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und allem Frieden im Glauben, damit ihr überreich seiet in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes!

Römer 15,7.13 (Elberfelder)

Um den Andachtstext richtig verstehen zu können, ist es notwendig, den Zusammenhang (Rom 14,1-15) zu lesen.

Da gibt es Starke und Schwache in der Gemeinde. Menschen, die „vermögend“ sind (äußerlich, innerlich, geistlich) und „unvermögende“ Gemeindeglieder, die mit allerlei „Schwachheiten“ kämpfen. Wie viel leichter ließe es sich doch ohne diese „Last“ der Schwachen leben. Die Gemeinde könnte mutig voran gehen, wenn alle frei und stark im Glauben leben würden.

Für Paulus geht es in dieser Frage um das Evangelium. Jesus Christus kam auf diese Erde, um uns, die wir schwach und unter der Herrschaft der Sünde gelebt haben, stark zu machen und zu befreien. Bevor Christus uns aufnahm, waren wir Gottlose, Sünder, Feinde (vgl. Rom 5). Nun hat er uns aufgenommen, zu Gottes Herrlichkeit. Dies ist für Paulus Grund genug, die Starken aufzufordern, die Schwachen aufzunehmen, und auch umgekehrt. Und beides dient der Herrlichkeit Gottes.

Einander aufnehmen, dass hat ganz konkret etwas mit Gastfreundschaft, Einladung zum Essen, geschwisterlicher Gemeinschaft und Lob Gottes zu tun. Es meint auch (so hat Luther es übersetzt): einander anzunehmen – den Schwachen mit seiner Schwäche und den Starken mit seiner Stärke. Den anderen mit den Augen Jesu sehen: als geliebten Menschen, der zur Familie Gottes gehört. Und dabei Randfragen des Glaubens das sein zu lassen, was sie sind: nämlich Randfragen.

Gut zu wissen, dass wir von Christus angenommen und geliebt sind!

Marc Trautvetter



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