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42/2009
 

Deshalb seid wach und haltet euch bereit! Denn ihr wisst weder an welchem Tag noch zu welchem Zeitpunkt der Menschensohn kommen wird.

Matthäus 25,13 (Hoffnung für alle)

Seit einigen Jahren feiern die Adventgemeinden in Deutschland jedes Jahr einen gemeinsamen Gottesdienst, obwohl sie räumlich voneinander getrennt bleiben – via Satellit. Inzwischen haben fast alle Ortsgemeinden das nötige Zubehör angeschafft: Satellitenschüssel, Kabel, Receiver, Leinwand, Projektor.

Jedes Jahr Anfang Januar laufen dann die Vorbereitungen im adventistischen Medienzentrum Stimme der Hoffnung auf Hochtouren, und auch in der ausgewählten Gemeinde, aus der die Veranstaltung übertragen wird, sind viele Helfer an der Arbeit. Einige Tage vor dem „großen Tag“ reist das Fernseh-Team an, verwandelt den Gemeindesaal in ein Gewirr aus Kabeln und Gestellen, montiert die Lampen, justiert die Kameras und baut die Tontechnik auf. Dann ist die große Stunde da. Über die Leinwand flimmert das Bild – oder auch nicht! Wieso nicht? Was ist schief gegangen? Hat etwa das Fernsehteam versagt? Nein. Aber wir haben keinen Empfang. Wir sitzen vor der Leinwand: sie bleibt weiß und stumm. Bei genauer Überprüfung stellt sich heraus: Die Anlage war nicht empfangsbereit. Während des Jahres hatten Stürme und schwere Regengüsse an der Satelliten-Schüssel gerüttelt. Sie hat sich verstellt. Der Winkel der Antenne ist nicht mehr auf den Satelliten ausgerichtet. Die Leitung bleibt tot. Ärgerlich, aber man kann aus diesem Fehler lernen und dafür sorgen, dass die Antenne immer wieder neu justiert wird, rechtzeitig für den nächsten Satelliten-Gottesdienst.

Und wie steht es mit meiner Vorbereitung auf den großen Tag der Weltgeschichte? Bin ich empfangsbereit? Oder haben meine privaten Stürme und die Regengüsse, die auf mich herabgeprasselt sind, meine „Antenne“ verschoben? Bin ich immer noch auf Jesus Christus „eingestellt“? Oder gebe ich mich damit zufrieden, dass ich vor Jahren durch meine Hinwendung zu ihm im Reich Gottes „installiert“ und durch die Taufe „verkabelt“ worden bin? Stimmt der Kontakt überhaupt noch? Das lässt sich viel leichter in guten Tagen überprüfen. Wer klettert schon gern bei Schneegestöber und Eiseskälte aufs Dach? Vielleicht ist ja heute solch ein sonniger, guter Tag, an dem ich prüfen kann, ob das Signal vom Himmel zu mir durchdringt. Dann bin ich auch empfangsbereit für IHN, wenn er kommt.

Sylvia Renz

© Advent-Verlag Lüneburg


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